Hunderttausende gegen Silvio Berlusconi:
Riesige Demonstration ganz in Lila in Rom
- Organisatoren: Zwei Kilometer langer Protestzug
- Oppositionsparteien reagieren gespalten auf Protest
·Anwesenheit hat
Silvio gar nicht gerne
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500.000 Menschen haben laut den Organisatoren in Rom den Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi gefordert. Die Demonstranten folgten einem Aufruf einer Gruppe regierungskritischer Blogger, die vor zwei Monaten zu einem "Nein-zu-Berlusconi-Tag" aufgerufen hatten. Die Demonstranten zogen durch die Innenstadt und versammelten sich vor der Lateranbasilika.
Die Organisatoren der Kundgebung sprachen von einem zwei Kilometer langen Protestzug. Intellektuelle, Politiker und Künstler, darunter der Literatur-Nobelpreisträger Dario Fo und der Starregisseur Nanni Moretti hielten Ansprachen gegen den Ministerpräsidenten. Danach fand ein großes Rock-Konzert statt.
Die Demonstranten trugen lila Fahnen, um ihre Unabhängigkeit von den Traditionsparteien zu bezeugen. "Lila ist die einzige Farbe, die sich keine Partei angeeignet hat", sagten die Organisatoren der Kundgebung, der sich kommunistische Gruppierungen und die Oppositionspartei "Italien der Werte" anschlossen. An der Demonstration beteiligten sich auch Vertreter der Grünen, die Berlusconis Atompolitik scharf kritisieren. "Silvio, geh nach Hause!", riefen die Demonstranten. Die Spitze der stärksten Oppositionskraft Italiens, der Demokratischen Partei (PD), unterstützte offiziell die Protestkundgebung aber nicht, obwohl sich mehrere ihrer bekanntesten Politiker daran beteiligten.
Zu Kundgebungen gegen Berlusconi kam es auch in Mailand und in anderen italienischen Städten. Auch in mehreren Hauptstädten der Welt fanden vor den italienischen Botschaften Demonstrationen und Sit-ins gegen den Premierminister und Medienzaren statt.
Die Mitte-rechts-Allianz um Berlusconi kritisierte die Demonstration. "Die italienische Opposition hat einen einzigen Punkt auf ihrem politischen Programm: Ihren Hass gegen Berlusconi. Die Anomalie Italiens ist nicht Berlusconi, sondern die politische Schwäche der Opposition", kommentierte der Vizefraktionschef der Berlusconi-Partei PDL, Italo Bocchino.
(apa/red)
