Wie bedeutend ist der Islam in Österreich?
Glaubensgemeinschaft lässt Muslime zählen
- Bekennende Gläubige derzeit auf 400.000 geschätzt
- Präsident Anas Schakfeh erwartet eine höhere Zahl

·Gelassener als
Schweizer Nachbarn
Klare Mehrheit gegen
Verbot von Minaretten
·"Politische Mehrheit wäre wohl dagegen"
Schakfeh sorgt sich nicht um heimische Minarette
·VIDEO: Muezzin und die Säulen des Koran
Wissen die Österreicher, wovor sie sich fürchten?
·Wo gibt es wie viele Moscheen + Minarette?
GRAFIK: Deutschland, Österreich & die Schweiz
·Minarett-Verbot
auch in Österreich?
Schweizer Votum spaltet europäischen Kontinent
·Schweizer stimmen für Minarett-Bauverbot
Mehr als 57 Prozent der
Bevölkerung sind dafür
Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) will die Zahl der heimischen Muslime erheben. Möglich macht das die neue Verfassung, die nach langem Hin und Her vor einer Woche vom Kultusamt genehmigt wurde. IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh glaubt, dass man dadurch "einige 100.000" Anhänger des Islam erfassen wird.
Derzeit wird die Zahl der bekennenden Muslime auf etwas mehr als 400.000 geschätzt, Schätzungen des Innenministeriums sprechen laut Schakfeh von knapp 500.000. Mit der neuen Verfassung sollen nun vor der anstehenden Neuwahl in der Glaubensgemeinschaft die Muslime durch die IGGiÖ registriert werden - und das "vom ersten Lebensjahr" an, sagt Schakfeh.
Bisher habe man nur die Zahl der in der Glaubensgemeinschaft aktiven Mitglieder gekannt, so der IGGiÖ-Präsident. Bei der Zählung geht es auch um die Registrierung für die Wahl selbst, die voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres stattfinden wird. Formulare dazu sollen per Internet erhältlich sein und in den verschiedenen Vereinen ausgeteilt werden.
Glaubensgemeinschaft neu gegründet
Für den IGGiÖ-Präsidenten ist die Erleichterung groß, dass der Verfassungsentwurf endgültig vom Kultusamt im Unterrichtsministerium abgesegnet worden ist. "Diese Verfassung gründet die Glaubensgemeinschaft neu." Er selbst will nicht mehr als Präsident kandidieren, bereits vor zwei Jahren hat er seinen Rückzug ins Privatleben angekündigt. Als Herausforderung für seinen Nachfolger sieht der noch amtierende Präsident, mit Hilfe der neuen Strukturen den internen Dialog zu stärken.
Schakfeh stellte sich auch gegen ein "Minarett-Verbot" beim Bau von Moscheen und wehrte sich gegen eine "Kollektivschuld" von Muslimen für Terroranschläge.
(apa/red)
