Freitag, 4. Dezember 2009

"Haben das Siegen wieder gelernt": Josef Pröll hält Triumph über Fischer für möglich

  • Schüssel oder Fischler als Präsidentschaftskandidat?
  • Das NEWS-Interview: "Es ist noch nichts entschieden"

Josef Pröll macht den Wahlgang um die Bundespräsidentschaft 2010 plötzlich wieder spannend. Ziemlich unbeeindruckt von der Wiederkandidaturankündigung Heinz Fischers erklärte der VP-Chef nur wenige Stunden vor seinem Abflug nach Mauritius im Indischen Ozean im Gespräch mit NEWS, dass Fischers Eigenpräsentation in Sachen Hofburg „noch überhaupt nichts“ entschieden habe. Im Gegenteil: Seine ÖVP hätte wieder zu siegen gelernt! Was auch in der Hofburg-Frage möglich sei, obwohl Pröll & Co erst Ende Jänner über ein allfälliges Antreten befinden:

NEWS: Oberösterreichs ÖVP-Chef Sepp Pühringer sagte zuletzt, sollte die Partei doch einen Hofburg-Kandidaten aufstellen, müsse dies ein „echtes Kaliber“ sein. Nachdem Erwin Pröll abgesagt hat, verfügt die ÖVP über ein solches?
Pröll: Natürlich haben wir Persönlichkeiten, die das jederzeit können, von ihrer Fähigkeit, ihrer Geschichte her.

NEWS: Impliziert das, was Sie da sagen, dass die ÖVP doch einen Kandidaten aufstellt?
Pröll: Wenn die ÖVP jemanden aufstellt, heißt das Wahlkampfstart. Wenn wir nein sagen, sind andere Parteien auf den Plan gerufen, ja oder nein zu sagen. Darum haben wir es ganz stark in der Hand, den Wahlkampfzeitpunkt zu bestimmen – nur, Österreich hat zuvor genug andere Aufgaben zu bewältigen, als dass wir damit zu früh beginnen.

NEWS: Ist für die ÖVP, wenn sie erst Ende Jänner entscheiden will, ein Antreten überhaupt noch sinnvoll, will heißen: ein Sieg dann noch möglich?
Pröll: Das ist eine Frage, die wir uns stellen müssen und die mit dem oder der Kandidaten/in zusammenhängt. Wir haben das Siegen wieder gelernt, das ist also auch im konkreten Fall möglich.

NEWS: Nach der Absage Ihres Onkels Erwin Pröll wurde in der ÖVP zuletzt von zwei Namen getuschelt: Franz Fischler und Wolfgang Schüssel. Zwar haben beide für sich eine Kan-didatur bislang ausgeschlossen, werden aber als die geforderten „Kaliber“ gesehen.
Pröll: Es werden viele Namen diskutiert, ebenso wird von großen VP-Teilen diskutiert, überhaupt niemanden aufzustellen. Eine breite Melange also. Aber ich bin da ganz ruhig, ich habe es gelernt, in meiner Zeit als Minister und Vizekanzler: Lasse dich zu keiner vorschnellen Entscheidung drängen, sondern überlege in aller Ruhe und führe zum gegebenen Zeitpunkt die Entscheidung herbei.

NEWS: Sind Fischler und Schüssel aus Ihrer persönlichen Sicht überhaupt hofburgfähig?
Pröll: Beide haben hervorragende Arbeit in Europa und Österreich geleistet und mit ihrer persönlichen Geschichte die Republik und Europa entscheidend mitgeprägt. Daran sind sie auch zu bewerten.

NEWS: Also ist die ÖVP-Überraschung etwa mit diesen beiden Personen möglich?
Pröll: Dazu sage ich nur: Es ist noch nichts entschieden!

Was Josef Pröll von Heinz Fischers Internet-Auftritt hält, lesen Sie im NEWS 49/09

4.12.2009 13:15
antikapitalist, 07. 12. '09 06:34
des schweinderl
hätt in mauritius bleibn solln!°
Vasant, 06. 12. '09 23:26
Ein Bauer macht auf Intellektuell ...
Der Pröll erinnert mich stark an die Barbara Karlich ...
wenn die Beiden nämlich versuchen einen Dialekt zu
kopieren sprich die Karlich im Slang reden "will" und
der Pröll nach der Schrift, dann klingt das so lächerlich,
weil es Beide einfach nicht können;)

Nur weil man nach der Schrift reden will Herr Pröll ist
man noch lange kein Intellektueller und ich kann ihm
nur recht geben ... der Schüssel hat unsere Geschichte
wirklich mitgeprägt, als er uns für seine persönlichen
Interesse und einen super Job in Brüssel an die EU
"verkauft" hat. Den Mann sollte man echt in die
Hofburg setzen, dann hätten wir das gleiche Schicksal
wie die Titanic ... absaufen und verrecken!

Aber Pröll hat recht ... wir haben derzeit andere Aufgaben
zu bewältigen, während er in Mauritius Urlaub macht;)
Sensor, 07. 12. '09 18:41
Re: Ein Bauer macht auf Intellektuell ...
Fischler wäre nach meiner Meinung ein akzeptabler Kanditat. Schüssel dagegen, als ein unglaubwürdiger Trickser, ein Schaden für Österreich. Hervorragende Arbeit geleistet? Lachhaft! Eine pure Heuchelei von Pröll. Er muss es doch wissen, was Schüssel mit seinem Bruch des Versprechens, mit der FPÖ keine Koalition einzugehen, angerichtet hat. Nicht nur Wählerstimmen missbraucht, sondern den Ruf Österreichs schwer beschädigt und unfähige Minister der FPÖ wie Böcke im Garten Österreich herumtrampeln lassen.