"Haben das Siegen wieder gelernt": Josef Pröll hält Triumph über Fischer für möglich
- Schüssel oder Fischler als Präsidentschaftskandidat?
- Das NEWS-Interview: "Es ist noch nichts entschieden"
·Prominente setzen sich für Fischer ein
Lohner, Portisch und Co. machen bei Komitee mit
·Wo bleiben denn die restlichen Bewerber?
Heinz Fischer kandidiert alleine auf weiter Flur
·Der Fischer Heinzi will Präsident bleiben
UMFRAGE: Was halten
Sie von diesem Schritt?

Josef Pröll macht den Wahlgang um die Bundespräsidentschaft 2010 plötzlich wieder spannend. Ziemlich unbeeindruckt von der Wiederkandidaturankündigung Heinz Fischers erklärte der VP-Chef nur wenige Stunden vor seinem Abflug nach Mauritius im Indischen Ozean im Gespräch mit NEWS, dass Fischers Eigenpräsentation in Sachen Hofburg noch überhaupt nichts entschieden habe. Im Gegenteil: Seine ÖVP hätte wieder zu siegen gelernt! Was auch in der Hofburg-Frage möglich sei, obwohl Pröll & Co erst Ende Jänner über ein allfälliges Antreten befinden:
NEWS: Oberösterreichs ÖVP-Chef Sepp Pühringer sagte zuletzt, sollte die Partei doch einen Hofburg-Kandidaten aufstellen, müsse dies ein echtes Kaliber sein. Nachdem Erwin Pröll abgesagt hat, verfügt die ÖVP über ein solches?
Pröll: Natürlich haben wir Persönlichkeiten, die das jederzeit können, von ihrer Fähigkeit, ihrer Geschichte her.
NEWS: Impliziert das, was Sie da sagen, dass die ÖVP doch einen Kandidaten aufstellt?
Pröll: Wenn die ÖVP jemanden aufstellt, heißt das Wahlkampfstart. Wenn wir nein sagen, sind andere Parteien auf den Plan gerufen, ja oder nein zu sagen. Darum haben wir es ganz stark in der Hand, den Wahlkampfzeitpunkt zu bestimmen nur, Österreich hat zuvor genug andere Aufgaben zu bewältigen, als dass wir damit zu früh beginnen.
NEWS: Ist für die ÖVP, wenn sie erst Ende Jänner entscheiden will, ein Antreten überhaupt noch sinnvoll, will heißen: ein Sieg dann noch möglich?
Pröll: Das ist eine Frage, die wir uns stellen müssen und die mit dem oder der Kandidaten/in zusammenhängt. Wir haben das Siegen wieder gelernt, das ist also auch im konkreten Fall möglich.
NEWS: Nach der Absage Ihres Onkels Erwin Pröll wurde in der ÖVP zuletzt von zwei Namen getuschelt: Franz Fischler und Wolfgang Schüssel. Zwar haben beide für sich eine Kan-didatur bislang ausgeschlossen, werden aber als die geforderten Kaliber gesehen.
Pröll: Es werden viele Namen diskutiert, ebenso wird von großen VP-Teilen diskutiert, überhaupt niemanden aufzustellen. Eine breite Melange also. Aber ich bin da ganz ruhig, ich habe es gelernt, in meiner Zeit als Minister und Vizekanzler: Lasse dich zu keiner vorschnellen Entscheidung drängen, sondern überlege in aller Ruhe und führe zum gegebenen Zeitpunkt die Entscheidung herbei.
NEWS: Sind Fischler und Schüssel aus Ihrer persönlichen Sicht überhaupt hofburgfähig?
Pröll: Beide haben hervorragende Arbeit in Europa und Österreich geleistet und mit ihrer persönlichen Geschichte die Republik und Europa entscheidend mitgeprägt. Daran sind sie auch zu bewerten.
NEWS: Also ist die ÖVP-Überraschung etwa mit diesen beiden Personen möglich?
Pröll: Dazu sage ich nur: Es ist noch nichts entschieden!
Was Josef Pröll von Heinz Fischers Internet-Auftritt hält, lesen Sie im NEWS 49/09
