Donnerstag, 3. Dezember 2009

Schwerer Abschied von Panda Fu Long:
Zoo-Liebling tritt seine Reise nach China an

  • Publikumsliebling musste 16 Stunden lang ausharren
  • Fu Long übersiedelte in Zucht- und Forschungsstation

Zeitig in der Früh hieß es endgültig Abschied nehmen: Der vor rund zwei Jahren im Tiergarten Schönbrunn geborene Pandabär Fu Long ("Glücklicher Drache") hat Wien für immer verlassen und ist nun auf dem Weg in seine neue Heimat China. Probleme bei Reiseantritt gab es nicht: Während der Verabschiedung am Flughafen Wien-Schwechat knabberte der Kleine genüsslich an seinem Bambus, später im Flugzeug schlief er, hieß es seitens des Zoos.

Gegen 6.30 Uhr, noch bevor sich die Toren des Tiergartens für die Besucher öffneten, trat der kleine Panda die Reise an. Faxen beim Einstieg in die Transportbox gab es nicht: "Ganz ruhig ist der Panda in die Kiste gestiegen - so als wäre es das tägliche spielerische Training", berichtete Unternehmenssprecher Gerhard Kasbauer. Per Lkw ging es dann zum Flughafen Wien-Schwechat. Dort wurde Wiens Besucherliebling von einer chinesischen Delegation verabschiedet. "Den Rummel hat Fu Long gelassen hingenommen und selbst am Flugfeld genüsslich Bambus gefressen", so der Sprecher.

Reisegefährten, Bambus und Leckerlis
Pünklich um 9.55 Uhr startete die Cargo-Maschine der China Air, in deren Frachtraum sich der Panda befindet. Der Flieger bringt das Tier nach Shanghai, von dort geht es dann weiter in die Provinzhauptstadt Chengdu. Während des rund 15-stündigen Fluges sind seine Betreuerin Eveline Dungl und Zoo-Tierarzt Thomas Voracek ständig in Fu Longs Nähe und versorgen ihn mit Wasser, Bambus und Leckerlis. Die erste Nachricht von über den Wolken erreichte den Tiergarten per SMS: "Alles gut. Fu Long schläft."

Die letzten 150 Kilometer bis zu Fu Longs neuer Heimat, die Pandazucht- und Forschungsstation in Bifengxia, werden wieder per Lkw zurückgelegt. Das soll in etwa eine Stunde dauern. Dort wird der Kleine künftig gemeinsam mit anderen Artgenossen leben und soll auch eine Gefährtin finden, um später selbst für Nachwuchs zu sorgen. Zuerst aber wird Tiergarten-Direktorin Dagmar Schratter den Schönbrunner Pandanachwuchs in einer offiziellen Zeremonie an China übergeben. Dungl wird noch zwei Wochen in China bleiben, um ihm die Eingewöhnung zu erleichtern.

Die Geburt des Pandas am 23. August 2007 im Tiergarten Schönbrunn wurde als Weltsensation gefeiert, weil der Sprössling des Bärenpaares Long Hui und Yang Yang auf natürliche Weise entstanden ist. Die Bären sind eine Leihgabe der Chinesischen Regierung: Fu Longs Eltern kamen im Jahr 2003 in die Bundeshauptstadt und dürfen noch bis 2013 in Wien bleiben.

(apa/red)

3.12.2009 15:06