Mittwoch, 11. November 2009

Seegefecht zwischen Nord- und Südkorea:
Seestreitkräfte liefern sich Schusswechsel

  • Südkoreaner eröffnenen Feuer auf Patrouillenboot
  • USA fordern: Konflikt nicht weiter eskalieren lassen

Nach dem jüngsten Feuergefecht zwischen süd- und nordkoreanischen Marineschiffen bleibt die Lage an der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer weiter angespannt. Nach dem kurzen Scharmützel verstärkten beide Länder die Überwachung der Grenzlinie vor der Westküste der geteilten koreanischen Halbinsel. Die USA riefen die Führung des kommunistischen Nordkoreas auf, den Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen.

Die Seestreitkräfte seien in erhöhter Alarmbereitschaft, "um auf weitere Provokationen durch Nordkorea vorbereitet zu sein", sagte der Stabschef der südkoreanischen Marine, Jung Ok-keun. Auch die nordkoreanische Marine habe ihre Überwachung an der Grenze verschärft, sagte ein Sprecher der südkoreanischen Streitkräfte. Es habe aber keine weiteren ungewöhnlichen Vorkommnisse gegeben. Südkoreas Präsident Lee Myung-bak hatte am Dienstag die Befürchtung geäußert, Nordkorea könnte Vergeltungsaktionen unternehmen. Nach Berichten des südkoreanischen Rundfunksenders KBS verlegte Südkoreas Marine unter anderem einen Zerstörer der modernen KDX-2-Klasse in der Nähe der Seegrenze.

Bei dem etwa zweiminütigen Seegefecht war nach Angaben südkoreanischer Militärs ein Patrouillenboot aus Nordkorea schwer beschädigt worden. Zuvor sei das Boot in eine von Südkorea beanspruchte Pufferzone im Gelben Meer eingedrungen. Medienberichte, wonach möglicherweise ein nordkoreanischer Soldat getötet worden sei, wurden nicht bestätigt. Auf südkoreanischer Seite habe es keine Opfer gegeben. Nordkorea hatte Südkorea die Schuld für den Zwischenfall gegeben und von schwere Provokation gesprochen.

USA besorgt
Die USA zeigten sich besorgt. "Wir hoffen, dass wir keine weiteren Aktionen im Gelben Meer sehen werden, die als Eskalation aufgefasst werden könnten", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, an die Adresse Nordkoreas. US-Außenministerin Hillary Clinton betonte, dass das Gefecht nicht die Entscheidung ändern werde, den US-Sondergesandten Stephen Bosworth "in naher Zukunft" nach Nordkorea zu schicken. Ziel des geplanten Besuchs sei es, Nordkorea zur Rückkehr zu den Sechs-Länder-Gesprächen über sein Atomwaffenprogramm zu bewegen, sagte Clinton am Rande eines Treffens der Pazifik-Anrainerstaaten (APEC) in Singapur.

Das Gefecht fand nur kurz vor Beginn einer Reise von US-Präsident Barack Obama nach Asien statt, die ihn in der kommenden Woche auch nach Südkorea führen wird. Zentrales Thema seiner Gespräche in Seoul wird dabei der Atomstreit mit Nordkorea sein.

(apa/red)

11.11.2009 15:00