Mittwoch, 28. Oktober 2009

Werner Faymanns Abrechnung mit Molterer:
"Er hat Neuwahlen vom Zaun gebrochen"

  • Pro "Gio": "Herr Hahn ist jemand, dem ich vertraue"
  • NEWS-Interview: Kanzler will Spekulationssteuer
    Kritik an Millionen-Provisionen für Grassers Freunde

Die neue OGM-NEWS-Umfrage hat für Kanzler Werner Faymann Licht- und Schattenseiten: Die Österreicher meinen, dass die ÖVP in der Regierung die Hosen anhätte, auf der anderen Seite steigt die SPÖ wieder in den Umfragewerten. Faymann selbst schlägt im NEWS-Interview freilich wieder härtere Töne in Richtung ÖVP an: Spekulanten will er durch das Kippen von Steuervorteilen zur Kassa bitten, er bekundet, dass er Ex-VP-Vizekanzler Wilhelm Molterer „nicht vertraut“, und er schlägt auch in Richtung des einstigen VP-Aushängeschildes Karl- Heinz Grasser los.

NEWS: Die Wirtschaftskrise scheint zumindest für die Börsen vorbei, die schon wieder steil nach oben ziehen. Die Bonuszahlungen explodieren, als hätte es nie ein Problem gegeben. Hat die Politik versagt, weil sie zwar den Finanzsektor mit enorm viel Steuergeld versorgt hat, gleichzeitig aber versäumt hat, strengere Regeln einzuführen?
Faymann: Das Positive ist, dass die Konjunkturpakete gut abgestimmt waren und der Finanzsektor auch in Ost- und Südosteuropa besser zu stabilisieren war, als vorhergesagt wurde. Aber es gibt auch einen Nachteil – und diese Skepsis der Bürger teile ich: Wer aus dieser Krise nicht lernt, gefährdet den sozialen Frieden der nächsten Generation. Denn eine Wiederholung dieser Krise würde so viele neue Schulden auslösen, dass die Spielräume für Sozialpolitik ernsthaft gefährdet wären. Ein zweites Mal können wir uns das nicht leisten.

NEWS: Wie wollen Sie eine Änderung der Spielregeln erzwingen?
Faymann: Erstens: Die EU kann Druck machen, indem sie bestimmte Spekulationsverbote erlässt. Zweitens: Man kann die Schäden der Krise am besten dadurch beseitigen, dass man eine europäische Finanzmarkt- oder Spekulationssteu er einführt. Mit diesen Steuern soll te ein Teil der Schäden gedeckt werden, damit nicht Rentner und Schüler die Rechnung begleichen müssen.

NEWS: Das fällt alles in die Zuständigkeit Ihres Vizekanzlers, Finanzminister Josef Pröll.
Faymann: Österreich könnte mit gutem Beispiel vorangehen und die Frist für Spekulationsgewinne aus Aktiengeschäften beseitigen. Man muss nachdenken, ob es bei den Stiftungen nicht unerwünschte Effekte gibt, wo zu viel begünstigt wird. Und man muss sich im Klaren sein, dass die Finanztransaktionssteuer allein für Österreich Einnahmen zwischen 700 Millionen und zwei Milliarden Euro pro Jahr an Einnahmen ausmachen würde. Am sinnvollsten ist da natürlich eine europäische Lösung. In Österreich sollte man beispielhaft vorangehen, ohne die europäische Lösung aus dem Fokus zu verlieren.

NEWS: Eine OGM-NEWS-Umfrage führt zu dem Ergebnis, dass die Österreicher meinen, in der Regierung habe ohnehin die ÖVP das Sagen. Das Koalitionsklima sei nicht gut. Da überrascht es fast, dass die SPÖ in der Sonntagsfrage zulegt.
Faymann: Das überrascht mich nicht. Die SPÖ legt deshalb zu, weil sich die Wahrheit herausstellt: In einem Team leisten beide ihren Beitrag. Ich als Bundeskanzler trage in diesem Team als Teamchef die Hauptverantwortung. Es kann schon sein, dass die zweitstärkste Partei eine Zeit lang den Eindruck hinterlässt, spielerisch besonders aktiv zu sein. Aber mit der Zeit kommen die Dinge wieder ins Lot. Und ich bin auch überzeugt, dass wir bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2013 keine Molterer-Effekte wiederholen und die Regierung beenden oder Neuwahlen vom Zaun brechen werden.

NEWS: Freut es Sie, dass der frühere VP-Vizekanzler Wilhelm Molterer jetzt nicht EU-Kommissar wird?
Faymann: Ich hätte nicht zugelassen, dass jemand, dem ich nicht vertraue, EU-Kommissar wird. Herr Molterer war hauptverantwortlich für Neuwahlen, die er vom Zaun gebrochen hat. Er hat gesagt: „Es reicht“, und wir wissen, wie die Österreicher das beantwortet haben. So jemanden dann als Kommissar zu entsenden ist für mich nicht infrage gekommen. Man muss auch Haltungen haben. Und dazu gehört, dass ein Bundeskanzler seinem Koali tionspartner Vorschlagsrechte zubilligen kann, aber das ist kein Bestimmungsrecht. Umgekehrt gilt: Herr Hahn ist jemand, den ich sehr lange kenne, dem ich vertraue. Im Interesse des Landes muss das Vertrauen zwischen Kanzler, Außenminister und EU-Kommissar stimmen. Natürlich gibt es auch mit Herrn Hahn Unterschiede: Er ist für Studiengebühren, ich bin dagegen, weil wir ohnehin zu wenig Studenten und Akademiker haben.

NEWS: Wie stehen Sie zu den Studentenprotesten?
Faymann: Ich habe viel Verständnis dafür, dass die Studierenden von der Regierung eine Verbesserung ihrer Studienbedingungen fordern. Ich bin für den sinnhaften Dialog. Inhaltlich teile ich den Unmut vieler Studenten, in der Auseinandersetzung bin ich für die Suche nach einem vernünftigen Weg.

Interview: Kurt Kuch

Welche Lehren Werner Faymann aus der Causa Grasser ziehen will, lesen Sie im aktuellen NEWS Nr. 44/09!

28.10.2009 18:59
alpilili, 29. 10. '09 17:02
x
Dieser Kanzler ist ein Alptraum!!!!!
HGPeitl, 29. 10. '09 09:38
ISt es sicher
Ist es sicher, daß es wirklich daran liegt,

.) dass sich Molterer für Neuwahlen einsetzte als die Politehe SPÖ-ÖVP nicht zu retten war

oder

.) dass die Studenten besser Bedingungen fordern (das fordern 2/3 der österreichischen Bevölkerung)

oder

.) dass die Banken sich auf Kosten der Kleinen wiederholt bereichert haben (Ohne Schutz der Öffentlichkeit durch die Regierungsparteien)

Oder:

Liegt das Problem vielmehr dort, dass diese Regierung schon wiedereinmal ohne Vertrauen zueinander ihre Regierungsarbeit erledigt und somit für den kleinen Mann auf der Strasse notwendige Entscheidungen nicht trifft.
LIEBE POLITIKER: WERDET ENDLICH VOLKSVERTRETER!

Hans-Georg Peitl
Verband der Unabhängigen-
Journalisten
www.freiheitlich-macht.schluss.tv
mulekulle1, 29. 10. '09 05:08
Statt den Molterer zu diffamieren...
sollte man lieber den Kanzler dorthin schicken, wo er hergekommen ist, nach Wien zurück! Dort kann er dann mit dem Dichand zusammen Kronenzeitungspolitik veranstalten. Dann haben wir den Ewiglächler ganz schnell wieder los zum Besten des Landes!
klaus164, 29. 10. '09 08:20
Re: Statt den Molterer zu diffamieren...
Molterer kann man gar nicht diffamieren, dafür sorgt er schon selbst! Ausserdem hat er sich durch sein Verhalten in der Vergangenheit für alle politischen Ämter disqualifiziert.
Weg mit Ihm aus der Politik und sämtliche Ansprüche gehören gestrichen.
An alle ewigen Nestbeschmutzer: uns Österreichern geht es - nicht zuletzt durch unseren Fleiß und Willen zur Leistung - noch immer sehr gut, viele andere (auch Europäer) wären froh in so einem Land leben zu dürfen! Wer sich als Österreicher schämt sollte schnell abhauen!
hary1965, 29. 10. '09 09:52
Klaus164
Jedenfalls hat Molterer unsere Republik nicht lächerlich gemacht wie es unsere Sozialisten ständig tun, Kleingeist statt Weltoffenheit, sie haben den Klassenkampft des 19 Jhd noch immer als Politisches Programm und die Entwicklung des 20Jhd verschlafen. Sie versuchen es noch immer mit Populismus das Strache vor Neid erblassen muß, verteilen mit der Gießkanne das Geld der wenigen die Steuern zahlen, in Österreich geht es vor allem deshalb noch vielen gut, weil bereits fast 250 Milliarden Euro Schulden gemacht wurden, wer diese bezahl, scheint Faymann nicht zu kümmern, die Reichen? wo sind diese vielen Reichen die von der SPÖ immer genannt werden?? Die SPÖ meint damit die Leistungsträger die sich ständig mühen Erwerbstätig zu sein, statt Krankenstand und Kuraufenthalt leider arbeiten müssen
Dantine, 30. 10. '09 12:08
Re: Statt den Molterer zu diffamieren...
Anschliessen möchte ich noch dezidiert, daß diejenigen, die Molterer diffamieren, selber so viel Dreck am Stecken haben, daß sie mit Diffamierungen der "Anderen", ihren eigenen Dreck und ihre Unfähigkeit zu überdecken veruchen!
Es gibt ja genug Schafe, die die Kronen Zeitung lesen und nachblöken! Bäääääääääääähhhhhhhhhh
Dantine, 28. 10. '09 18:01
Fayman - Kanzler? Oder..........???
Tja, da kann ich mich meinen Vor"schreibern" nur vollinhaltlich anschliessen!
Wie ich schon des öfteren hier geschrieben habe sind die Zeiten, da Österreich ein sehr anerkanntes Land war, nun endgültig vorbei!
ABER: Wir Österreicher sind ja selber schuld! Als - fast - einziges Land mußten wir ja die Sozialisten wählen! Dafür erhalten wir jetzt die Rechnung! Aber es ist halt so, wie z.B. auch bei den Rauchern, Die Sippen(Volks)-Haftung existiert. Wir dürfen das jetzt büssen, mit einem blassen Kanzler, mit einem noch blässeren EU-Kommissar, mit ......... !?!? brr....
"Da schüttelt sich der Gast mit Grausen.......................!"
sidestep, 29. 10. '09 08:40
Re: Fayman - Kanzler? Oder..........???
Im Prinzip haben Sie recht. Ich würde nur gerne wissen was Sie damit meinen wenn Sie sagen: "Als - fast - einzige Land mußten wir ja die Sozialisten wählen!" Was die Schwarzen können, habe sie ja reichlich unter dem "kleinen Prinzen" Schüssel gezeigt. In Kärnten haben sie die Orangen gewählt. Die Verschuldung dort ist mit 2,5 Milliarden Euro so groß, dass das Land fast bankrott ist. Was soll also der Satz da oben? Die sind alle gleich, die Roten, die Schwarzen, die Grünen, die Orangen und wie sie alle heißen. Wenn soll ich dann Ihrer Meinung dann wählen? Sagen Sie bitte nicht "überhaupt nicht" weil das mache ich ohnehin schon hundert Jahre lang!
Dantine, 30. 10. '09 12:03
Re: Fayman - Kanzler? Oder..........???
Ja, werter Herr Sidestep,
die Antwort ist doch klar auf der Hand: Was haben Sie an der Regierung Schüssel auszusetzen (Fehler macht jeder)? Es ging dem Land lange nicht so gut, wie unter Schwarzen Regierungen! Die Roten haben doch immer nur Schulden gemacht, um ihre Wünsche durchzusetzen! Kein Roter hat sich jemals Gedanken gemacht darüber, wie die Schulden abgearbeitet werden können! (z.B.Kreisky: Lieber 1 Million mehr Schulden, als 1 Arbeitsloser")
Jeder kann jeder Regierung Mißwirtschaft unterstellen, aber keiner hat bessere Ideen vorgezeigt!
Also sollte man das Geschehen nüchtern betrachten und nicht parteigebunden!
Das ist halt meine persönliche Meinung! NICHT PARTEIGEBUNDEN!
hary1965, 28. 10. '09 17:35
Faymanneffekt
Seit Faymann Kanzler ist muß man sich als Österreicher schämen und hoffen in Ausland nicht als Österreicher erkannt zu werden, daher sind die Österreicher lt. Umfragen auch nur Stolz auf ihre Berge. Wie kann so jemand so eine Hohes Amt bekommen? jemand mit solchen Chatakterschwächen wie sie nicht mal mehr bei Pubertierenden vorkommen, der große Molterer Rächer oder Sinnlose Rächer hat uns nun wohl in ganz Europa lächerlich gemacht, es hat ihm nicht gereicht dass er mit seinen Auktionstag im Parlament. Wer hat noch mehr biteten, eine Frühpension für alle... was wollt ihr noch? Faymann gibt gerne, die jüngere Generation bezahlt es ohnehin, er versteht einfach alle, auch dass fast alle Studenten das selbe Studium studieren wollen und daher in überfüllten Hörsaal sitzen, gute Berufsaussichten
Wilfried1931, 28. 10. '09 17:25
Der Kanzler ist nicht ernst zu nehmen
Molterer ist also an allem Schuld, und das ganze war eine private Abrechnung unseres pubertierenden Kanzlers? War es nicht so dass die SPÖ plötzlich durch Wahlniederlagen Wortbrüchig wurde und die ÖVP provozierte? und mit Leserbriefen in der Krone Politik machte? Hat nicht Faymann Gusenbauer vor sich hergetrieben und ihn abmontiert so das es keinen Ansprechpartner für die ÖVP mehr gab? und daher gab es Neuwahlen und dafür haben wir nun einen Faymann der nun die Leute für blöd verkauft und uns in der EU lächerlich macht, und durch Parteitaktik gute Resorts in der Kommision verspielt. Die Wähler haben aber die richtige Antwort gegeben und werden es sicher noch tun, er verspielt auch die Zukunft der Jugend für seine Kanzlerseinspielchen
Marc99, 28. 10. '09 15:36
Beschämend - Parteiinteressen vor Staatsinteressen
Molterer hätte allerbeste Chancen für das mächtige Agrarressort gehabt. Aber bevor Faymann einem ÖVP-Mann auf einem wichtigen EU-Posten zustimmt ist ihm lieber irgendein anderes Land kriegt diese Position. Hahn wird schon irgendein unbedeutendes Nebenressort erhalten mit dem er sich bestimmt keine Lorbeeren verdienen kann - ganz im Interesse der SPÖ.
Vasant, 28. 10. '09 16:32
Beste Faymann Aussage!!!!
"Ich hätte nicht zugelassen, dass jemand, dem ich nicht vertraue, EU-Kommissar wird."

... aber uns wird zugemutet so einen Verlierer Kanzler
wie den Faymann weiterhin auszuhalten, dem nicht mal
mehr ehemalige Stammwähler vertrauen??

Ich kann den Typen nicht mehr ernst nehmen und der
ist für mich auch der Grund, egal was nun passiert, dass
ich NIE WIEDER diese SPÖ wählen werde!