Markus R. Leeb über den Buwog-Skandal: Warum gab es keine weitere Bieterrunde?
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Karl-Heinz Grasser bittet Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, endlich Recht walten zu lassen. Was er damit meint, sind die Vorwürfe im Buwog-Skandal. Derzeit ermittelt der Staatsanwalt, und der frühere Finanzminister wird dabei als Beschuldigter geführt. Dabei wird Grasser nicht müde zu betonen, dass die Privatisierung der über 60.000 Bundeswohnungen von A bis Z sauber und korrekt gelaufen ist.
Das mag ein Gericht entscheiden oder schon der Bürger, der die 9,6 Millionen Euro an Provision in seinen Maßstab umrechnet. Besonders interessant finde ich, was mir die letzten Tage von gleich drei Fondsmanagern bzw. Beteiligungsmanagern erklärt wurde: Sie alle verstehen den Prozess der Buwog-Privatisierung nicht. Da gibt es eine Runde mit verbindlichen Letztangeboten. Diese liegen rund 90 Millionen Euro auseinander. Erste offene Frage: Man macht eine zweite Runde trotz des hohen Unterschiedes. Dann kommen die nächsten Angebote, und der Unterschied beträgt bei einem Volumen von 961 Millionen Euro nur mehr 1,3 Millionen Euro. Bei jedem Finanzprofi schrillen da die Alarmglocken. Zweite offene Frage: Warum gab es keine weitere Runde? Clevere Investmentbanker hätten jetzt noch mehr herausgeholt. Und das wäre dann unser aller Geld.
Markus R. Leeb
leeb.markus@news.at
