Montag, 26. Oktober 2009

10,6 Mio. Euro von Aspern-Arbeitern: So sollen sie die Opel-Sanierung unterstützen

  • Noch Unklarheit, wie Summe aufgebracht werden soll
  • 3. November als neue Frist beim Opel-Verkauf

Die Mitarbeiter des GM-Werkes in Wien Aspern sollen 10,6 Mio. Euro zur Opel-Sanierung beisteuern. Das geht laut "Trend" aus internen Vorverträgen hervor. Diese Summe sei Teil der 265 Mio. Euro, die von Opel-Mitarbeitern bis 2014 jährlich europaweit aufgebracht werden sollen. Im Gegenzug erhalten sie zehn Prozent an Opel. Die EU setzte indes die Prüffrist des Opel/Magna-Deals mit 27. November fest.

Unklar ist laut "Trend" noch, wie die Summe im GM-Werk aufgebracht wird. Während in Deutschland an den Verzicht des halben Weihnachtsentgeltes gedacht werde, dürfte es in Österreich eher auf einen "Verzicht auf diverse Zuschläge" hinauslaufen. "Bis Ende November sollen diese Details geklärt sein" heißt es in der Trend-Vorabmeldung.

Die EU-Kommission hat unterdessen für die wettbewerbsrechtliche Genehmigung des Opel/Magna-Deals am Montag eine Frist bis 27. November dieses Jahres gesetzt. Es handelt sich um kein vereinfachtes Verfahren. Dieses kommt nur dann zur Anwendung, wenn die Brüsseler Behörde keine Wettbewerbsverzerrungen erwartet.

Offen ist, ob im Lauf der Prüfung ein vertieftes Verfahren eingeleitet werden könnte. Konkret heißt es, dass für den Deal Magna/Sberbank/NewOpel die Deadline bis 27. November laufe.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte zuletzt erklärt, für eine definitive Entscheidung werde es noch mehrere Wochen brauchen. So soll nicht nur geprüft werden, ob die Zusage für 4,5 Mrd. Euro Staatsgarantien an die Auswahl von Magna als Käufer gebunden war, sondern auch, ob die Höhe der Hilfe womöglich unverhältnismäßig war.

Unterdessen ist im Ringen um den Opel-Verkauf eine weitere Hürde genommen. Am Montag votierten die Opel-Mitarbeiter in Spanien für den von Magna vorgelegten Plan für das nordspanische Werk Figueruelas.

Am 3. November tagt der GM-Verwaltungsrat und dann könnte er Magna den Zuschlag für Opel erteilen. Ob er es tut, ist aber noch offen. Zuletzt musste die deutsche Regierung zusagen, dass die 4,5 Mrd. Euro an Haftungen für Opel auch dann fließen würden, wenn nicht Magna den Zuschlag erhält, sondern ein anderes Unternehmen - oder gar General Motors die kriselnde Tochter behält.

(apa/red)

26.10.2009 16:43