Die verborgene Gefahr: Schimmelpilzgifte
lauern vor allem in Getreideprodukten
- Nüsse, Kaffee, Bier & Rotwein besonders gefährdet
- Mykotoxine teils schon in geringen Mengen schädigend

Mykotoxine oder Schimmelpilzgifte sind zum Teil extrem gefährliche und schon in geringsten Mengen auf den menschlichen Organismus schädigend wirkende Substanzen. Sie stellen vielerorts ein wachsendes Problem dar. Die Ursachen dafür sind nicht zuletzt der Strukturwandel in der Landwirtschaft und der Klimawandel, berichtete Gerhard Adam vom Institut für Angewandte Genetik und Zellbiologie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien.
Mykotoxine werden von den parasitischen Pilzen gebildet, um etwa befallene Pflanzen zu schwächen. Über Nahrung und tierische Futtermittel nehmen auch Menschen die gefährlichen Stoffe auf. Laut Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO sind etwa 25 Prozent der weltweiten Getreideernte mehr oder weniger mit Mykotoxinen belastet.
Getreideprodukte besonders gefährdet
Mykotoxine wurden erst 1964 entdeckt, dementsprechend jung ist die Forschung über diese Stoffgruppe und dementsprechend groß sind immer noch die Wissenslücken. Bekannt sind bisher über 300 Schimmelpilzgifte. Besonders gefährdet, Mykotoxine zu enthalten, sind dabei Getreide und Getreideprodukte, Nüsse, Kaffee, Rotwein oder Bier.
Generell muss ein Nahrungsmittel nicht unbedingt äußerliche Anzeichen von Schimmelbefall aufweisen, um hohe Mengen der Giftstoffe zu enthalten. Die Analyse ist aufwändig und nur in speziellen Labors möglich.
Hände weg vom verschmimmelten Essen
Eine weitere Tücke der Giftstoffe ist, dass man zwar Pilze durch Erhitzen zerstören kann, bereits gebildete Mykotoxine bleiben jedoch in den Nahrungsmitteln auch beim Kochen erhalten. Daher ist es wichtig, dass wenigstens offensichtlich verschimmelte Lebensmittel nicht gegessen werden, empfehlen Experten.
Ein auch nur an einer Stelle befallenes Stück Obst oder Gemüse sollte als Ganzes weggeworfen werden, da der sichtbare Schimmel nur ein kleiner Teil, gleichsam die Frucht des Pilzes darstellt.
Mit Brotpapier und Zimtöl gegen Schimmel
Spanische Wissenschafter haben jetzt herausgefunden, wie man den Schimmel überlistet. Ihr Tipp: Mit Zimtöl getränktes Einwickelpapier hält Brot länger frisch. Die Forscher haben ein spezielles Wachspapier entwickelt, das Brot und andere Backwaren bis zu zehn Tage vor der Bildung von Schimmel schützt.
Wie sie im Fachjournal "Journal of Agricultural and Food Chemistry" berichteten, fanden sie heraus, dass der Zusatz von Zimtöl in dem Papier in den ersten drei Tagen die Bildung von 96 Prozent des normalerweise entstehenden Schimmels verhinderte. (apa/red)
