Jürgen Melzer quält sich ins Achtelfinale: Gewinnt Auftaktpartie aber mit viel Mühe
- Zweisatz-Sieg über Schweizer Marco Chiudinelli
- "Wäre es nicht Wien, würde ich nicht am Platz stehen"

·Österreich zurück
auf dem Tennis-Olymp
Jürgen Melzer triumphiert
in der Wiener Stadthalle
·Bei Koubek will es einfach nicht klappen
Rückkehr in die Top 100 wird ein steiniger Weg
Jürgen Melzer hat den Veranstaltern der BA-Trophy vorerst einmal einen Österreich-Beitrag im Einzel gesichert. Der 28-jährige Niederösterreicher setzte sich trotz seiner Fersenverletzung aber mit Mühe gegen den Schweizer Marco Chiudinelli mit 7:6(4),7:6(10) durch und steht damit als erster ÖTV-Spieler im Achtelfinale des Traditionsturniers in der Wiener Stadthalle.
"7:6,7:6 sagt eigentlich schon alles. Es waren zwei sehr enge Tiebreaks, ich bin froh, dass ich in zwei Sätzen durch bin. Es gibt mir auch ein bisserl Zeit zu regenerieren", meinte Österreichs Nummer 1 nach dem Erfolg über den Weltranglisten-71. aus der Schweiz. Vor allem im zweiten Satz wurde es dabei für Melzer sehr eng, musste er im "jeu decisif" doch gleich drei Satzbälle des Eidgenossen abwehren.
Melzer hatte sich wegen einer Fersenverletzung ja alles andere als optimal auf Wien vorbereiten können. "Es war ein wichtiger Sieg. Ich habe mich schon lange nicht mehr so wenig auf ein Turnier vorbereitet", meinte der Vorjahres-Viertelfinalist. Schmerzfrei ist Melzer nicht durch diese 2:07 Stunden vor 5.900 Zuschauern gekommen. "Es sind gewisse Dinge, die wehtun. Wenn man mich kennt, hat man ein paar Sachen gesehen, die ich normalerweise nicht machen würde. Jetzt geht es noch, man wird sehen wie ich mich morgen früh fühle", sagte Melzer.
Melzer spielt auch Doppel
Eine Absage seines Antretens mit Julian Knowle im Doppel stand allerdings nicht zur Debatte. "Ich werde schon Doppel spielen", so Melzer, der sich die Beinhaut der rechten Ferse "beleidigt" hat. Die Behandlung bei Mohamed Khalifa in Hallein hat sich aber offenbar für ihn ausgezahlt. "Wenn die Schmerzen so bleiben, kann ich ein Turnier durchstehen. Wäre es nicht Wien, dann würde ich glaube ich nicht auf dem Platz stehen", gestand Melzer.
Für einen fitten Melzer wäre der nächste Gegner, ob er nun Ramirez Hidalgo oder Hrbaty heißt, auch keine allzu große Hürde. "Beim Hrbaty weiß man nicht, der kann gefährlich sein", sagte der Niederösterreicher, der Hrbaty als Gegner erwartete. Melzer zeigte sich sehr zufrieden mit der endlich erfolgten, seit Jahren geforderten Änderung des Platzes, der um einiges schneller gemacht wurde. "Super. Mir taugts, es ist wesentlich schneller als die Jahre zuvor und das Schuhwerk ist einem auch dankbar, weil in den Jahren zuvor war es immer ein Match ein Schuh", sprach er den hohen Abrieb an.
(apa/red)
