Mittwoch, 28. Oktober 2009

Es ist wieder Zeit für die World Series:
Phillies fordern das Mega-Team der Yankees

  • N.Y. Yankees werden entweder geliebt oder gehasst
  • Finalserie verspricht ein wahres Homerun-Spektakel

Meister gegen Rekordchampion, Titelverteidiger gegen Liga-Krösus: Nach Jahren der Langeweile wurden die World Series 2009 in der Major League Baseball (MLB) zwischen den Traditionsclubs Philadelphia Phillies und New York Yankees schon vor der ersten Partie heute als aufregende Sehenswürdigkeit gefeiert. Seit 2004 dauerte die "best of seven"-Finalserie der US-Profiliga nie länger als fünf Spiele. Diesmal verspricht die Endspiel-Paarung sogar Rekord-Einschaltquoten.

Allerdings nicht so sehr wegen der Phillies, denn für Fachleute, Fans und TV-Networks ist nur eines wichtig: die Teilnahme der Yankees. Sie sind DER Club im Profi-Baseball, werden entweder abgöttisch geliebt oder abgrundtief gehasst. Die Yankees sind außerdem mit 26 Titeln das Nonplusultra im nordamerikanischen Profisport. Die "Bronx Bomber" haben in Besitzer George Steinbrenner einen der größten Gönner. Seit dem bisher letzten Titel 2000 hat der mittlerweile 79-Jährige rund eine Milliarde Dollar (672 Mio. Euro) in neue Spieler investiert.

Allein vor dieser Saison haben die Yankees eingekauft wie noch nie ein Profi-Team in der US-Sportgeschichte. Die Pitcher C.C. Sabathia, A.J. Burnett und First Baseman Mark Teixeira wurden mit langjährigen Verträgen ausgestattet und verdienen in den kommenden Jahren 423,5 Millionen Dollar (285 Mio. Euro). "Wir wollen das Ding für George gewinnen", sagt New Yorks Trainer Joe Girardi deshalb. Als er 2008 sein Amt übernahm, entschied er sich bewusst für die Rückennummer 27 - spätestens am 5. November dieses Jahres will er den 27. Meistertitel feiern.

32 Millionen Jahresgehalt
Für Girardi ist es ebenso die erste Finalteilnahme wie für Alex Rodriguez. Der Third Baseman ist mit einem Jahresgehalt von 32 Millionen Dollar (21,5 Mio. Euro) der Top-Verdiener der Liga, machte im Februar jedoch Negativ-Schlagzeilen. Rodriguez gab zu, zwischen 2001 und 2003, im Trikot der Texas Rangers, gedopt zu haben. Da es damals jedoch noch keine Dopingtests gab, kam er straffrei davon. "Das ist alles unglaublich, besonders nach dem, was ich zu Jahresbeginn durchgemacht habe. Ich freue mich wie ein Kind aufs Finale. Dafür spielen wir alle Baseball", betonte Rodriguez im Vorfeld der Endspiel-Serie.

Mit Derek Jeter, Jorge Posada, Andy Pettite und Mariano Rivera sind noch vier Veteranen im Team, die in den 90er Jahren Mitbegründer der Yankees-Dynastie waren. Von 1996 bis 2000 wurde New York viermal Meister. Der Hype von damals lebt derzeit wieder auf. Am Sonntag schalteten 26,4 Prozent aller New Yorker Haushalte beim sechsten Halbfinalspiel der Yankees gegen die Anaheim Angels ein. Das zeitgleiche Heimspiel der New York Giants in der National League Football gegen Vizemeister Arizona verfolgten hingegen nur 9,3 Prozent.

Finale von 1950 vor Revival
Mit New York und Philadelphia treffen die beiden besten Offensiven der MLB aufeinander - die World Series könnten also ein wahres "Schlagfest" werden. Denn in beiden Arenen gab es in dieser Saison die meisten Homeruns. "Ich weiß, es klingt blöd, aber für mich ist es keine Überraschung, dass wir im Finale stehen", sagte Pitcher C.C. Sabathia mit dem typischem Yankee-Selbstbewusstsein.

Philadelphia trat hingegen gewohnt bescheiden auf. Der Titelverteidiger fuhr am Montag (Ortszeit) mit dem Zug die rund 150 Kilometer nach New York - wie schon 1950, als beide Teams zum ersten und bisher einzigen Mal in einem Finale gegeneinander spielten. Damals endete die Bahnfahrt mit einer Blamage - die Yankees gewannen die Finalserie souverän mit 4:0. Die Phillies stehen zum insgesamt siebenten Mal in den World Series, die sie im Vorjahr 4:1 gegen Tampa Bay und damit zum zweiten Mal nach 1980 gewannen.

(apa/red)

28.10.2009 07:10