Michael Grabner nutzte die zweite Chance:
Villacher hat bei den Canucks eingeschlagen
- 22-Jähriger hält bei 2 Toren, 3 Assists in 6 Spielen
- Keine Sorge wegen zurückkehrenden Stammspielern

·Zweites Tor von Grabner in der NHL
Villacher macht Tor zur Führung gegen Edmonton
·Erfolgserlebnisse für unsere NHL-Cracks
Vanek und Grabner treffen für ihre Teams
·Grabner fährt seinen ersten NHL-Sieg ein
Vancouver feiert 2:1-Sieg gegen Minnesota
Innerhalb eines Monats hat Österreichs Eishockey-Teamstürmer Michael Grabner alle Höhen und Tiefen durchgemacht. Mit einem vorläufigen Happy End. Nach einer enttäuschenden Vorbereitung bei den Vancouver Canucks ging es für den 22-jährigen Villacher zurück ins Farmteam nach Winnipeg zu Manitoba Moose, durch mehrere Verletzungen im NHL-Kader der Canucks erhielt er aber früher als erwartet wieder eine Chance. Die nützte er in der stärksten Eishockey-Liga der Welt in beeindruckender Manier.
Grabner debütierte am 16. Oktober in der NHL und hält nach sechs Spielen bei ausgezeichneten fünf Punkten (zwei Tore, drei Assists). Mit starken Leistungen in der "Speed-Line" mit Ryan Kesler (25) und Mayson Raymond (24) hat er viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und erfüllt derzeit die Erwartungen an einen Erstrunden-Draft (Nr. 14 im Jahr 2006). "In den letzten Tagen war ich sehr beschäftigt, ich habe auch viele Glückwünsche aus Österreich bekommen. Es ist noch nicht so eingesunken, dass ich jetzt in der NHL bin", erklärte er im Gespräch mit der APA.
In der "pre-season" klappte es noch ganz und gar nicht. Grabner absolvierte sein viertes Vorbereitungscamp, kam aber in sieben Spielen nur zu einem einzigen Assist. "Ich habe gewusst, dass das heuer meine beste Chance war, es in die NHL zu schaffen. Aber es war sehr viel Konkurrenz. Daher habe ich mir vielleicht zu viel Druck auferlegt", meint er im Nachhinein einen Grund gefunden zu haben. Sich enttäuscht zeigen, den Kopf hängen lassen, ist aber nicht drin, will man sich seinen großen Traum erfüllen.
"Ich habe gewusst, falls ich wieder nach Winnipeg muss, dass ich weiter arbeiten muss und werde. Ich bin erst 22, das Ziel war immer die NHL, seitdem ich mit 16 1/2 Jahren nach Amerika gegangen bin", betonte der Kärntner. Bei den Moose fand er wieder zurück zu seinem Spiel und als sich nach Pavol Demitra, der wohl zumindest bis Jahresende ausfallen wird, auch Topscorer Daniel Sedin (fällt bis Ende November aus) verletzte, kam seine zweite Chance in diesem Herbst.
"Nervös war ich nur am Anfang"
Grabner debütierte mit einem Assist und erzielte gegen Chicago (3:2) und Edmonton (2:0) wichtige Tore. "Als ich heraufgekommen bin, habe ich gewusst, dass ich fix spiele, daher ist es vielleicht ein bisschen leichter gegangen. Gleich im ersten Drittel des ersten Spiels hatte ich ein paar Chancen, da habe ich gesehen, dass ich mitspielen kann, das hat Selbstvertrauen gegeben. Nervös war ich nur am Anfang, aber als das Spiel angefangen hat, war es ein Spiel wie jedes andere", erklärte Grabner.
"Der Trainer hat gesagt, spiel dein Spiel, zeig was du kannst. Er hat mich im AHL-Finale gesehen und hat mir gesagt dass er geglaubt hat, dass ich heuer von Anfang an in der NHL spiele. Aber das Camp war nicht so gut. Er hat gesagt, ich soll das machen, was ich auch in der AHL gemacht habe: Viel schießen, vor das Tor gehen, vor dem Tor arbeiten, nicht nur auf schöne Tore warten", beschreibt er die Erwartungen von Trainer Alain Vigneault.
Keine Gedanken über Rückkehrer
Zunächst übernahm er den Platz von Sedin in der ersten Reihe, nach zwei Dritteln ging es in die Linie mit Kesler und Raymond, die sich mittlerweile als zweite Linie etabliert hat und in den vergangenen drei Spielen die produktivste Sturmreihe war. "Die erste Linie hat nicht so funktioniert. Jetzt spiele ich mit sehr schnellen Spielern zusammen, das kommt mir entgegen. Sie sind sehr gut mit dem Puck, machen gute Pässe, es ist von Anfang an gut gelaufen", freut sich der rechte Flügelflitzer.
Wie es weitergeht, wenn die vielen verletzten Spieler wieder zurückkommen, darüber macht er sich derzeit keine Gedanken. "Ich versuche, Tore zu machen und der Mannschaft zu helfen. Ich probiere jedes Spiel, so hart wir möglich zu arbeiten, dass ich dem Trainer zeige, dass ich hierbleiben will. Das ist mir bisher ganz gut gelungen. Ich versuche nur, so gut wie möglich zu arbeiten", erklärte er.
(apa/red)
