Real blamiert sich bis auf die Knochen:
Königliche verlieren gegen Drittligist mit 0:4
- Alcorcon schießt das weiße Ballett im Cup-Bewerb ab
- "Eine Peinlichkeit, für die ich keine Erklärung habe"
Real Madrid ist im spanischen Cup in eine historische Blamage geschlittert. Der Drittligist Alcorcon, der mit einem 400 Mal kleineren Budget als Real operiert, überrollte die Madrilenen daheim mit 4:0. Real trat ohne seine beiden teuersten Kicker, Cristiano Ronaldo und Kaka, sowie einige weitere Schlüsselspieler an und steht nach der dritten Niederlage in den vergangenen fünf Pflichtspielen vor dem frühen Cup-Out. Das Rückspiel findet in zwei Wochen im Bernabeu-Stadion statt.
"Das war eine Peinlichkeit, für die ich keine Erklärung habe", meinte ein erschütterter und angezählter Real-Chefcoach Manuel Pellegrini. "Nach so einer Niederlage gibt es eigentlich nicht viel zu sagen", erklärte der Chilene, der dann doch noch einen Erklärungsversuch präsentierte: "Im Cup glaubt man manchmal, dass dein schwächerer Gegner leicht zu schlagen ist. Man nimmt ihn nicht ernst, bis man schließlich verloren hat."
An einen Rücktritt denkt Pellegrini nicht. "Über einen Rücktritt habe ich noch nie nachgedacht. Und ich werde darüber auch nicht nachdenken." Reals Generaldirektor Jorge Valdano entschuldigte sich bei den Fans: "Ich weiß, wie sich die Real-Fans jetzt fühlen. Wir müssen dieses Spiel als Lektion für mehr Bescheidenheit ansehen, die als Anfangspunkt für einen Neustart hergenommen werden kann."
1,1 Millionen Euro Jahresbudget
Alcorcon, das über ein Budget von 1,1 Mio. Euro verfügt, spielt in der gleichen Liga wie das Juniorenteam von Real Madrid (Castilla) und zwang Real-Goalie Jerzy Dudek von Anpfiff weg zu einigen Glanztaten. Zum ersten Mal geschlagen war der Pole aber bereits nach 16 Minuten, als der ehemalige Real-Madrid-Jugendspieler Borja Gomez genau ins linke Kreuzeck traf. Sechs Minuten später fabrizierte der spanische Teamverteidiger Alvaro Arbeloa ein Eigentor und noch vor der Pause stellte Ernesto Gomez auf 3:0 (40.).
Den Endstand markierte Borja bereits kurz nach dem Wechsel (52.), Reals Bemühungen auf den Ehrentreffer blieben trotz der Einwechslung von Ruud van Nistelrooy erfolglos. Der Niederländer traf nur die Stange. Real-Präsident Florentino Perez, der in der Sommerpause 250 Millionen Euro in neue Spieler investiert hat, sah die Blamage live vor Ort im kleinen Stadion von Alcorcon südwestlich von Madrid.
"Lachnummer des Jahrhunderts"
Real wurde durch die Cup-Blamage zum Gespött in ganz Spanien. "Die Lachnummer des Jahrhunderts", höhnte die Sportzeitung "As" und lästerte weiter: "Einige Real-Profis spielten so schlecht, dass sie in der Elf von Alcorco keinen Stammplatz hätten." Das Konkurrenzblatt "Marca" forderte den Hinauswurf von Pellegrini: "Hau endlich ab!", titelte Spaniens meistgelesene Zeitung. "Der Chilene darf nicht eine Zehntelsekunde länger im Amt bleiben."
(apa/red)

Deutsche Liga
Premier League
Serie A
Primera Division