Mittwoch, 28. Oktober 2009

Hofmann glaubt nicht an einen Spaziergang:
Rapid gastiert beim Schlusslicht in Kärnten

  • Hütteldorfer haben in neun Duellen noch nie verloren
  • Schinkels besorgt über vereinspolitische Streitereien

Rapid strebt heute (20.30 Uhr/live auf NEWS.at) in der 13. Bundesliga-Runde einen Auswärtssieg gegen Austria Kärnten an. Gegen das Tabellenschlusslicht gelten die Hütteldorfer als klarer Favorit, auch weil das 1:5 in der Europa League gegen Hapoel Tel Aviv offenbar gut verkraftet wurde, wie der 4:0-Heimsieg am Sonntag gegen Mattersburg bewies.

Kapitän Steffen Hofmann warnte jedoch vor allzu großem Optimismus. "Wir sind Dritter und die Kärntner Letzte, aber sie haben sich zuletzt gefestigt und mit Troyansky, Hiden oder Blanchard erfahrene Spieler dazubekommen. Spaziergang wird das sicher keiner", vermutete der Deutsche.

Rapid kann mit Ausnahme der verletzten Markus Heikkinen und Hannes Eder die stärkste Formation aufbieten, Nikica Jelavic kehrt nach abgesessener Sperre wieder zurück und wird wohl Rene Gartler, den Torschützen gegen Mattersburg, ersetzen. In der Liga warten nach den Klagenfurtern mit Ried und dem LASK zwei Teams aus dem Mittelfeld, danach folgen die Heimspiele gegen die Austria und Sturm - Rapid könnte also am 25. November aus eigener Kraft ganz oben stehen. "Aber daran denke ich überhaupt nicht. Ich weiß nur, dass wir jetzt gegen Kärnten und danach gegen Ried und Hapoel spielen", sagte Hofmann.

Für seine Mannschaft spricht nicht nur die Tabellen-Position, sondern auch die Statistik. Von den bisher neun Duellen mit Kärnten seit der Verfrachtung der Lizenz von Pasching nach Klagenfurt gingen acht Partien an Rapid, nur einmal reichte es für die Truppe von Frenkie Schinkels zu einem Remis.

Frenkie auf der Suche nach dem Glück
Dennoch hofft der gebürtige Niederländer auf eine Sensation. "Wenn man Letzter ist, ist man nie Favorit, aber wir reden uns zumindest ein, dass wir gewinnen können. Uns fehlt im Moment einfach das Quäntchen Glück, doch das wollen wir erzwingen. Wir werden Rapid alles abverlangen", versprach Schinkels, der seit Amtsantritt in 60 Liga-Partien bei 15 Siegen, 15 Remis und 30 Niederlagen (Torverhältnis 66:101) hält.

Gerüchten über seine mögliche Ablöse im Falle einer Niederlage gegen Rapid will der frühere Austria-Meistermacher keinen Glauben schenken. "Präsident Canori hat mir gesagt, dass bis Dezember in diese Richtung überhaupt nichts passiert. Wenn er der Meinung ist, er muss mich rauswerfen, dann soll er es tun. Aber ich glaube nicht, dass ich für einen missglückten Rückpass oder einen verschossenen Elfer etwas kann."

Aufgrund der momentanen vereinsinternen Problemen mit Differenzen zwischen Clubführung und Landespolitik sieht Schinkels schwierige Zeiten auf den seit fünf Partien sieglosen Club zukommen, selbst wenn die sportliche Wende gelingen sollte. "Wenn es so wie jetzt weitergeht, hat dieser Verein keine Zukunft, auch wenn wir den Klassenerhalt schaffen. Es wird einfach zu viel gestritten."


SK Austria Kärnten - SK Rapid Wien:
(Hypo Group Arena, 20.30 Uhr, SR Prammer).

Kärnten: H. Weber - Troyansky, Hiden, Zivny - Hinum, Blanchard, Dollinger/Hierländer, Prawda - Mair, Sand, Sandro/Pink
Ersatz: Blatnik - Riedl, Salvatore, Kröpfl, Kaufmann
Es fehlen: Schranz, Schembri, Gramann (alle verletzt), Pusztai (im Aufbautraining)
Fraglich: Sandro (Achillessehnenblessur), Dollinger (Knieprobleme)

Rapid: Payer - Dober, Soma, Patocka, Katzer - Hofmann, Pehlivan, Boskovic, Kavlak - Jelavic, Salihi
Ersatz: Hedl - Kulovits, Jovanovic, Drazan, Trimmel, Konrad, Gartler
Es fehlen: Heikkinen (Adduktorenverletzung), Eder (Fersenverletzung)

(apa/red)

28.10.2009 17:51