Sonntag, 1. November 2009

Das Kapitel Formel 1 ist für BMW zu Ende:
Emotionaler Abschied für Mario Theissen

  • Motorsportchef würdigt einen "besonderen Moment"
  • In vier Jahren konnte ein Sieg eingefahren werden

Ein einsamer Mechaniker klappte die Stühle in der Box zusammen, die Crew signierte sich gegenseitig die weiß-blauen Hemden und BMW-Motorsportchef Mario Theissen spürte mehr und mehr die Abschiedsstimmung. "Es fängt an, emotional zu werden", sagte der 57-jährige Deutsche.

Mit einer Dose Bier in der Hand stand er vor dem Motorhome des BMW-Sauber-Rennstalls wie gewohnt Rede und Antwort. Doch diesmal war es nicht nur wegen des Kaltgetränks anders. "Wenn die Spannung nachlässt und man mitten unter den Jungs steht, die vier Jahre für die Formel 1 gelebt haben, ist das ein schon ein besonderer Moment", betonte Theissen.

Vier Jahre, 70 Rennen, ein Sieg - das ist die Bilanz des werkseigenen Rennstalls, für den in der Nacht von Abu Dhabi am Sonntag die Lichter ausgingen. Zum Abschluss gab es durch Platz fünf des Deutschen Nick Heidfeld noch einmal Punkte für die Blau-Weißen, bei denen der Vorarlberger Christian Klien als Test- und Ersatzfahrer unter Vertrag war.

Zukunft in der Schweiz?
Am Münchner BMW-Standort ist die Formel 1 nun Geschichte, in Hinwil in der Schweiz könnte es aber weitergehen. Könnte, wohlgemerkt. Denn derzeit steht das potenzielle Nachfolge-Team nur auf der Warteliste für einen der 13 Startplätze für 2010.

Zieht aber nicht noch eines der vier gemeldeten neuen Teams zurück oder gibt Williams nicht seine Blockade gegen 14 Rennställe auf, gibt es praktisch keine Hoffnung mehr. Dann wäre auch die letzte Rettung durch die Investorengruppe Qadbak geplatzt, nachdem BMW das neue Concorde Agreement nicht unterzeichnet hatte. Stattdessen hatte der Vorstand des bayerischen Konzerns drei Tage zuvor am 29. Juli den Rückzug angekündigt.
(apa/red)

1.11.2009 18:33
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