Premiere der Königsklasse in Abu Dhabi: Letzter Formel-1-GP Rennen der Abschiede
- BMW verlässt F1, Alonso Renault, Räikkönen Ferrari
- PLUS: Neues Wortgefecht zwischen Sutil und Trulli

·Debüt für Yas Marina: Formel 1 in Abu Dhabi
Strecke führt durch Hotel.
Start bei Dämmerung
·Die Scheidung soll in Freundschaft erfolgen
McLaren und Mercedes gehen bald eigene Wege
Nach 70 Rennen als werkseigenes Team nimmt BMW-Sauber am Sonntag Abschied von der Formel 1. "Alle können stolz darauf sein, was wir als Mannschaft geleistet haben", richtete Teamchef Mario Theissen seiner Belegschaft, zu der auch Ersatzpilot Christian Klien gehört, vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi aus. Der BMW-Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer hatte am 29. Juli in München das Aus des Formel-1-Engagements nach der laufenden Saison verkündet.
Die offizielle Begründung lautete: Neuausrichtung des Unternehmens. Damit geht nach Honda (Ende 2008) der zweite Hersteller von Bord. Die Übernahme der Belegschaft durch die Investorengruppe Qadbak hängt vom Startplatz für 2010 ab. Den hat das Team aber (noch) nicht. Der Rennstall mit einer hochmodernen Fabrik in Hinwil befindet sich in der Warteschleife. Er muss entweder auf Gnade der Konkurrenz oder das Scheitern eines der Neueinsteiger hoffen - was unter Experten als nicht unwahrscheinlich angesehen wird.
247 Formel-1-Teilnahmen als Motorenlieferant von 1982 bis 1987 sowie von 2000 bis 2005 für Williams absolvierte BMW. Während diesen beiden Perioden fuhren die Bayern 20 Siege und vor allem den WM-Titel in der Turbo-Ära 1983 durch den Brasilianer Nelson Piquet ein. 70 Rennen kommen als eigenes BMW-Sauber-Team dazu, Robert Kubica sorgte 2008 in Kanada für den einzigen Sieg.
Piloten nehmen Abschied
Beim 17. und letzten Saisonrennen nehmen aber auch zahlreiche Piloten von ihren Teams Abschied. Allen voran stehen bereits der Transfer von Fernando Alonso (Renault zu Ferrari) und der Abschied von Kimi Räikkönen (von errari) fest. Ebenfalls fix ist, dass Nico Rosberg sein letztes Rennen für Williams bestreiten wird. Gemäß Spekulationen soll Rosberg kommende Saison an der Seite von Weltmeister Jenson Button für Konstrukteurs-Champion Brawn fahren.
Sportlich geht es bei der Premiere in Abu Dhabi vor allem um WM-Rang zwei hinter Button, der sich bereits in Brasilien Platz eins gesichert hatte. "Ich will versuchen, den zweiten Platz zu festigen. Also volle Attacke noch mal zum Schluss", kündigte Red-Bull-Pilot Vettel an. Der 22-Jährige geht mit zwei Punkten Vorsprung auf Buttons Teamkollegen Rubens Barrichello ins Finale.
Für Zündstoff haben bei einer offiziellen Pressekonferenz in Abu Dhabi die beiden Piloten Adrian Sutil und Jarno Trulli gesorgt. Die beiden lieferten einander auf dem Podium wegen ihres Unfalls vor zwei Wochen in Brasilien ein erbittertes Wortgefecht. Toyota-Pilot Trulli, der nach dem Crash wutentbrannt auf den Deutschen losgestürmt war, beschimpfte Sutil: "Ich weiß nicht, ob du blind bist." Doch Sutil, sichtlich entrüstet ob des neuerlichen verbalen Angriffs des Routiniers aus Italien, konterte: "Ich weiß nicht, wie lange du die Regeln lernen willst."
(apa/red)
