Hahn-Abgang stimmt Studenten nicht milde:
Proteste weiten sich auf Bundesländer aus
- Großer Demonstrationszug in Wien am Mittwoch
- Treffen zwischen Hahn und ÖH am Donnerstag
·Die Straßen gehören Österreichs Studenten
BILDER der Proteste in den Universitäts-Städten
·Audimax: Studenten halten die Stellung
Uni-Wien: Aufnahme- Prüfung musste umziehen
·Deutscher Ansturm auf Österreichs Unis
Auch Rektoren fordern jetzt Ausgleichszahlungen
·"Revolution - Kampf dem Bildungsraub"
Hunderte Studenten halten Audimax besetzt
·Studiengebühren sollen wieder kommen
profil: 53 Prozent sind
für erneute Einführung
·300.000 Studenten: Unis vor Allzeithoch
Ansturm: Heuer so viele Studenten wie noch nie

Mit dem Wechsel von Johannes Hahn als EU-Kommissar nach Brüssel kommt den Studenten zwar ihr bevorzugtes Feindbild abhanden, die mit der Besetzung der Akademie der Bildenden Künste und des Audimax der Uni Wien begonnenen Proteste ebben aber nicht ab. Vielmehr haben sie sich auf die Bundesländer ausgeweitet: An der Uni Linz wurde der größte Hörsaal in Beschlag genommen, ein Hörsaal der Uni Graz ist weiter besetzt, in Klagenfurt protestierten 400 Studenten.
Nachdem sich an der Uni Graz bereits Studenten den Wiener Protesten angeschlossen hatten, wurde nun auch an der Uni Linz ein Hörsaal besetzt. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung, dass an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt keine Besetzung geplant ist, haben sich nun doch Studenten eingefunden, um die Nacht in der Aula zu verbringen. "Wir haben eine Solidaritätsecke eingerichtet, ein Teil der Aula wird friedlich besetzt. Wir blockieren aber nichts", erklärte Stefan Sagl (Plus), Vorsitzender der Österreichischen Hochschülerschaft Klagenfurt.
Die Besetzer des Audimax in Wien haben unterdessen für Mittwoch eine "Aktion Schulterschluss" angekündigt. Unter dem Motto "Mehr Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne" ist für 17.00 Uhr eine Demonstration von Studenten, Lehrenden an Schulen und Hochschulen, Schülern und Kindergartenpädagogen geplant. Stationen des "bunten Protests" sind neben dem Minoritenplatz, dem Sitz des Wissenschafts-und Unterrichtsministeriums, auch die Zentrale des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), wo sich die Demonstranten mit den Betriebsräten der Metallergewerkschaft solidarisch zeigen wollen. Das Rektorat der Uni Wien hat unterdessen beschlossen, am Mittwoch und Donnerstag die im Audimax geplanten Vorlesungen in das Austria Center in Wien-Donaustadt zu verlegen.
Treffen Hahn und ÖH
Für Donnerstag wurde ein Treffen zwischen Noch-Wissenschaftsminister Hahn und der Spitze der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) angekündigt, bei dem es laut den Studentenvertretern aber nicht um die Uni-Besetzungen, sondern um generelle bildungspolitische Anliegen gehen soll. Hahns Nominierung für Brüssel wurde von der ÖH mit Unverständnis aufgenommen. "Jemand, der so große Sünden in Bildungs- und Wissenschaftsbereich in Österreich zu verantworten hat, ist vermutlich keine gute Wahl", so die ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer. Drastischer drückten es Audimax-Besetzer aus: "Er ist vollkommen unqualifiziert und wird auch noch befördert", "er stiehlt sich aus der Verantwortung", so ihre Kritik.
Hier gehts zum Live-Stream: http://unsereuni.at
(apa/red)
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