Dienstag, 27. Oktober 2009

Hahn-Abgang stimmt Studenten nicht milde:
Proteste weiten sich auf Bundesländer aus

  • Großer Demonstrationszug in Wien am Mittwoch
  • Treffen zwischen Hahn und ÖH am Donnerstag

Mit dem Wechsel von Johannes Hahn als EU-Kommissar nach Brüssel kommt den Studenten zwar ihr bevorzugtes Feindbild abhanden, die mit der Besetzung der Akademie der Bildenden Künste und des Audimax der Uni Wien begonnenen Proteste ebben aber nicht ab. Vielmehr haben sie sich auf die Bundesländer ausgeweitet: An der Uni Linz wurde der größte Hörsaal in Beschlag genommen, ein Hörsaal der Uni Graz ist weiter besetzt, in Klagenfurt protestierten 400 Studenten.

Nachdem sich an der Uni Graz bereits Studenten den Wiener Protesten angeschlossen hatten, wurde nun auch an der Uni Linz ein Hörsaal besetzt. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung, dass an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt keine Besetzung geplant ist, haben sich nun doch Studenten eingefunden, um die Nacht in der Aula zu verbringen. "Wir haben eine Solidaritätsecke eingerichtet, ein Teil der Aula wird friedlich besetzt. Wir blockieren aber nichts", erklärte Stefan Sagl (Plus), Vorsitzender der Österreichischen Hochschülerschaft Klagenfurt.

Die Besetzer des Audimax in Wien haben unterdessen für Mittwoch eine "Aktion Schulterschluss" angekündigt. Unter dem Motto "Mehr Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne" ist für 17.00 Uhr eine Demonstration von Studenten, Lehrenden an Schulen und Hochschulen, Schülern und Kindergartenpädagogen geplant. Stationen des "bunten Protests" sind neben dem Minoritenplatz, dem Sitz des Wissenschafts-und Unterrichtsministeriums, auch die Zentrale des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), wo sich die Demonstranten mit den Betriebsräten der Metallergewerkschaft solidarisch zeigen wollen. Das Rektorat der Uni Wien hat unterdessen beschlossen, am Mittwoch und Donnerstag die im Audimax geplanten Vorlesungen in das Austria Center in Wien-Donaustadt zu verlegen.

Treffen Hahn und ÖH
Für Donnerstag wurde ein Treffen zwischen Noch-Wissenschaftsminister Hahn und der Spitze der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) angekündigt, bei dem es laut den Studentenvertretern aber nicht um die Uni-Besetzungen, sondern um generelle bildungspolitische Anliegen gehen soll. Hahns Nominierung für Brüssel wurde von der ÖH mit Unverständnis aufgenommen. "Jemand, der so große Sünden in Bildungs- und Wissenschaftsbereich in Österreich zu verantworten hat, ist vermutlich keine gute Wahl", so die ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer. Drastischer drückten es Audimax-Besetzer aus: "Er ist vollkommen unqualifiziert und wird auch noch befördert", "er stiehlt sich aus der Verantwortung", so ihre Kritik.

Hier gehts zum Live-Stream: http://unsereuni.at
(apa/red)

27.10.2009 17:35
DKNY2009, 27. 10. '09 22:21
Und unser(e) Staat (Stadt) schaut zu! Wir sind wirklich sozial!
Die Studenten sollen einmal darüber nachdenken, wen sie damit schädigen. Sich selbst und jeden aktiven Steuerzahler. Ein sofortiger Polizeieinsatz zur Räumung wäre angebracht. Unser Land braucht solche Studenten nicht! Diesen Studenten sollte der Zugang auf unseren Universitäten sofort für immer verwehrt werden.
Michl1200, 27. 10. '09 20:15
Rädelsführer
Ich würde sagen,die Rädelsführer ausforschen und raus aus der UNI und wenn man sie nicht findete,die Studenten vertreter aus der UNI schmeißen,sollen sie es in einen anderen Land machen.Denn wir zahlen für die Studenten genug Steuern
Vasant, 27. 10. '09 11:38
In was für einem Land leben wir denn?
Also die Zustände in Österreich sind ja dank der Politik
eh schon unfassbar, aber das jetzt auch noch bsoffene
Studenten öffentliches Eigentum zerstören mit der ach
so tollen Begründung, weil man gegen Studiengebühren
ist, das schlägt dem Fass den Boden aus? Man will nichts
für Leistungen zahlen und im Gegenzug zerstört man
Dinge, die dann der Steuerzahler begleichen muss???

Dieses Vorgehen stellt nun für mich jeden Studenten
negativ dar und an letzter Stelle in unserem System.
Hätte nicht gedacht, dass mal etwas negativer in
unserem Land sein kann als Politiker, aber die Brut
der "zerstörenden Partystudenten" ist das Letzte was
wir nun in Österreich brauchen!

In meinen Augen ist das Gsindl und sowas studiert?
Michl1200, 27. 10. '09 20:10
Re: In was für einem Land leben wir denn?
Es war der größte Fehler Faymann´s die Studiogebühren aufzuheben.In jeden Land muß man zahlen und Österreich hebt es auf,jetzt haben sie den Salat,warscheinlich kostet es tausende von € alles wieder herzurichten.Mein vorschlag:das sollen die Studenten saubermachen und wieder alles ausmalen und SOFORT DIE GEBÜHREN WIEDER EINFÜHREN
packer, 27. 10. '09 09:00
Unglaublich
Also ich finde das einfach unglaublich, Meinungsfreiheit ist etwas gutes, aber das hier für zig Millionen Dinge kaputt gemacht werden ist nicht in Ordnung. Ausserdem wie kommen die Studenten dazu deren Vorlesungen jetzt reihenweise im Audimax ausfallen ???
Das ganze gehört schnell beendet, das ist einfach in der Form nicht ok.
tfpalpatine, 27. 10. '09 09:49
Re: Unglaublich
bin selbst student und kann dem nur zustimmen.
protest schön und gut, aber nicht in dieser art und weise. das einzige was die demonstranten dadurch erreicht haben - vorallem durch den entstanden sachschaden (wie z.B. beschmierte innnenwände in der uni wien etc.) - ist ihre eigene glaubwürdigkeit hinter der sache zu untergraben. obwohl ich bei einigen forderungspunkten einer meinung mit den demonstranten bin - aber nicht bei allen, wir leben ja nicht in fantasia - weigere ich mich, mit dem randalierenden partymachenden kindischen 'haufen' im audimax, in eine schublade stecken zu lassen. ich hoffe sie kommen bald zur besinnung oder werden endlich erwachsen.