Taliban-Anschlag auf Gästehaus in Kabul: Sechs UNO-Mitarbeiter wurden dabei getötet
- Bewaffnete lieferten sich Feuergefecht mit Polizei
- Auch einziges Fünf-Sterne-Hotel in Kabul angegriffen

Wenige Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Afghanistan sind bei einem Taliban-Angriff in der Hauptstadt Kabul mindestens sechs ausländische UN-Mitarbeiter getötet worden. Der Sprecher der UN-Mission in Afghanistan (UNAMA), Aleem Siddique, sagte, weitere UN-Mitarbeiter seien bei dem Sturm auf ein UN-Gästehaus verletzt worden. Angaben zur Nationalität der Opfer machte er zunächst nicht. Nach Polizeiangaben starben bei dem Anschlag insgesamt zwölf Menschen.
Taliban-Sprecher Sabiullah Mujahid sagte, der Angriff auf das Gästehaus sei die erste Aktion der Aufständischen gegen die Stichwahl am 7. November gewesen. Die Taliban-Kämpfer hätten außerdem Raketen auf das einzige Fünf-Sterne Hotel des Landes abgefeuert.
Explosion bei Luxushotel
Augenzeugen berichteten, in der Nähe des Serena-Hotels, in dem zahlreiche westliche Ausländer absteigen, sei es zu einer Explosion gekommen. Im Jänner 2008 hatten Taliban-Kämpfer das schwer gesicherte Luxushotel angegriffen.
Nach UN-Angaben waren 20 UN-Mitarbeiter in dem Gästehaus der Vereinten Nationen registriert. Ob sie sich zum Zeitpunkt des Anschlags alle dort aufhielten, war zunächst nicht bekannt. Über den Verbleib einiger ausländischer UN-Mitarbeiter herrschte noch Unklarheit.
Mujahid sagte, die Opfer beim Sturm auf das UN-Gästehaus hätten bei der Vorbereitung der Wahl am 7. November mitgeholfen. Die Aufständischen hätten alle Afghanen und Ausländer davor gewarnt, dass sie dadurch zum Ziel würden. Die Vereinten Nationen unterstützen die Wahlvorbereitungen.
Heftiges Feuergefecht
Ein Polizist am Tatort sagte, sieben Bewaffnete hätten das UN-Gästehaus angegriffen und sich ein heftiges Feuergefecht mit Sicherheitskräften geliefert. Mujahid sagte, fünf mit Sprengstoffwesten ausgestattete und bewaffnete Angreifer hätten das Gästehaus gestürmt. Die Kämpfe wurden inzwischen beendet.
Eine riesige Rauchwolke stieg nach dem Anschlag im Bezirk Shar-e-Nau in den Himmel. Flammen waren auf dem Dach des Gästehauses zu sehen.
(apa/red)
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