Mittwoch, 28. Oktober 2009

"Gio" geht nach Brüssel: Johannes Hahn
wird neuer österreichischer EU-Kommissar

  • Setzt sich gegen Ferrero-Waldner & Molterer durch
  • Regierung steht geschlossen hinter ÖVP-Vorschlag

Johannes "Gio" Hahn wird Österreichs dritter EU-Kommissar. Nach langem Gezerre haben sich die Koalitionspartner SPÖ und ÖVP auf den 51-jährigen Wissenschaftsminister und Wiener ÖVP-Chef als Kompromisskandidaten geeinigt. Bundeskanzler Werner Faymann verkündete nach dem Ministerrat die "gute Wahl für Österreich". Vizekanzler Josef Pröll lobte den Kandidaten "aus dem Herzen der ÖVP". Hahn freute sich über das Vertrauen. Welches Dossier er bekommen soll, ist ebenso offen, wie die Nachbesetzung im Ministerium und an der Spitze der Wiener Volkspartei.

Die Regierungsparteien hatten sich in den vergangenen Wochen ein zähes Tauziehen in der Kommissarsfrage geliefert. Die ÖVP hatte das Vorschlagsrecht, ihren Wunschkandidat, Ex-ÖVP-Chef und Vizekanzler Wilhelm Molterer, lehnte die SPÖ allerdings ab. Die Roten versuchten im Gegenzug, die noch amtierende Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner zu forcieren. Hahn hatte sich bei diesem Patt bereits vor dem Wochenende als Kompromisskandidat abgezeichnet. Ein letztes Gespräch führten Kanzler und Vizekanzler vor dem Ministerrat.

Hahn deckt "weites Feld" ab
"Die Regierung steht geschlossen hinter dem Vorschlag, 'Gio' Hahn zu nominieren", so Faymann dann nach der Regierungssitzung. Er lobte ihn als Person mit "breitem Wissen und guter Erfahrungen". Der Vorschlag sei von Pröll gekommen, man habe "rechtzeitig und zu guter Zeit" dieses politische Ergebnis erreicht. Der Vizekanzler gab sich "sehr froh". Mit seiner Vergangenheit in Wirtschaft und Politik könne Hahn beim Portfolio ein sehr weites Feld abdecken.

Wofür Österreichs künftiger Kommissar tatsächlich zuständig sein wird, ist nach Angaben beider noch offen. Von Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso gebe es diesbezüglich keine Festlegung. Pröll wünscht sich ein "Zukunftsdossier", Faymann ein Ressort mit Forschung und Entwicklung in Bereichen wie Umwelt oder Energie. Außenminister Michael Spindelegger erwartet für Hahn das Forschungsressort, auch die Bildung sei möglich.

SPÖ lehnte Molterer ab
Die SP-Ablehnung Molterers begründete Faymann mit dem "Vertrauensbruch" durch die von diesem herbeigeführte Neuwahl. Ferrero-Waldner wiederum sei "nicht Vorschlag des Koalitionspartners" gewesen. Pröll verwies darauf, dass es Ferrero-Waldner Ressort künftig nicht mehr in dieser Form geben werde.

Mit der Nachfolge Hahns in der Wiener ÖVP und im Wissenschaftsministerium will sich Pröll Zeit lassen. Faymann plant im Zuge der Entsendung keine Regierungsumbildung auf SPÖ-Seite. Hahns Nominierung wird kommende Woche im Ministerrat offiziell abgesegnet. Danach ist im Hauptausschuss des Nationalrates eine Aussprache und der Beschluss der Entsendung vorgesehen. Dann folgt die Information an den Kommissionspräsidenten.

Hahn wünscht sich Zukunftsressort
Hahn stellte sich nach der Bekanntgabe nicht den Journalisten. Stattdessen ließ er über einen Sprecher ausrichten, er freue sich über das "Vertrauen von Bundeskanzler und Vizekanzler". Das wichtigste Ziel sei nun ein Zukunftsressort für Österreich.

Seitens der ÖVP lobte ihn EU-Delegationsleiter Ernst Strasser als "innovativ und professionell". Zustimmung kam auch von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Der nicht zum Zug gekommene Molterer nahm die Entscheidung merkbar enttäuscht zur Kenntnis: "Bundeskanzler Faymann hat meine Nominierung verhindert, aus welchen Gründen auch immer."

(apa/red)

28.10.2009 12:14
strizzi49, 28. 10. '09 21:49
Erfolgloser Minister
Also, wenn FPÖ, BZÖ & Grüne wettern, dass der Hahn ein erfolgloser Minister ist, dann muß er gut sein, sonst würden die nicht gegen ihn sein. Immer wenn von den Regierungsparteien ein vernünftiger Vorschlag gemacht wird, ist diese Bagage dagegen!
Verbesserer, 28. 10. '09 08:41
Die Regierung hätte einen Grünen nennen sollen
die haben sicher einige, die sie gern nach Brüssel abgeschoben hätten, wie damals den Voggenhuber. Vielleicht hießen der Kommisar dann PILZ
Woppo, 27. 10. '09 23:30
Bucher wird sowieso demnächst vom Scheuch abgesetzt,er
soll sein Maul nicht so voll nehmen !Wann laufts denn zum Strache über,allein habts doch nie ein Leiberl !!
chris11111_5, 27. 10. '09 22:25
Ja Faymann..................
.................es reicht - ab in die Versenkung mit dir - mir reichts!!
allesw, 27. 10. '09 20:28
es reicht
damit hat einer seine arbeit beendet für immer.wer nicht mit anderen kann soll auf seinen hof zurückgehen und die rente mit herrn schüssel geniessen,wir zahlen die euroflieger ab
murli10, 27. 10. '09 18:33
Wieviel Kommissare wird es am Ende geben
Wenn der Lissabonvertrag in Kraft treten sollte, dann wird jeder Mitgliedsstaat mindestens einen Kommissar stellen, also werden es vorerst 27 sein. Später dann, wenn Kroation und weitere europäische und asiatische Länder der EU beitreten, noch weitere. Die Frage stellt sich aber schon jetzt, was werden diese Herren und Damen dann wirklich zu tun haben. Sicher werden sie auf unsere Kosten hohe Gehälter beziehen und für das jeweilige Land Parteipolitik betreiben. Bei der Bestellung des Herrn Hahn lobt man seine Kompetenz im Bereiche der Wissenschaft und Forschung, obwohl man noch nicht wirklich weiss, was er in Brüssel für ein Ressort zugeteilt bekommt. Wichtig ist, dass Rot und Schwarz einen weiteren Bonzen sehr gut versorgt haben.
Bezirksrätin, 27. 10. '09 18:05
Unsympathisch
Ich bin gespannt ob dieser Unsympathler seinen Parteifreund - früher FPÖ-Bezirksrat jetzt ÖVP-Bezirksrat auf der Wieden und Homepagebetreuer von KH Grasser- nach Brüssel mitschleppt?! Der Typ hat sich eine goldene Nase verdient durch KHG und noch als Draufgabe einen schönen Posten im Finanzministerium erhalten.Die fallen nie raus immer nur hinauf! Gute Nacht Österreich!!!!!
Sensor, 27. 10. '09 17:43
Die Regierung gibt nach
Die Forderung der Studenten "der Hahn muss weg" ging prompt in Erfüllung.
Er geht bei uns Niemandem ab. Ferrero-Waldner, in fünf Sprachen daheim, nimmt er sich vielleicht als Nachhilfelehrerin in englisch, spanisch, französisch und italienisch. Inzwischen muss er immer lächeln und o.k sagen, bis er aufgerüstet hat.
sidestep, 27. 10. '09 17:25
Hat je einer was vom H.P.Martin nach der Wahl gehört?
Ich habe nichts mehr von ihm gehört. Vor der Wahl hat er jeden Tag in der Krone etwas zu sagen gehabt. Nach der Wahl ist er verschwunden und kassiert mit seinem Mitstreiter die Diäten, gegen die er vorher so gewettert hat. Alles Banditen, von Schwarz, über Rot, bis hin zu Orange. Alles die selben Angeber: Viel reden und heiße Luft produzieren. Mehr ist nicht drinnen!
sidestep, 27. 10. '09 17:21
Ist doch völlig egal
Ist doch völlig egal wer von diesen Taugenichtsen nach Brüssel geht. Dorhthin werden ohnehin nur jene gesendet, die in Österreich durch Fehler aufgefallen sind. In Brüssel können sie größere Fehler machen und gehen in der Masse unter. Das Schlimme dabei ist nur, dass sie dort für den Blödsinn, den sie verzapfen besser bezahlt werden als in Österreich. Oder ist je einer, der von Österreich nach Brüssel geschickt wurde in unserem Land vermisst worden, oder hat je einer, der in Brüssel war, etwas Ordentliches zu Strande gebracht?
strizzi49, 28. 10. '09 21:44
Re: Ist doch völlig egal
Ja - der Fischler und die Ferrero Waldner!
Dantine, 27. 10. '09 12:12
EU-Kommissar
Als ob ichs geahnt hätte!
Der Schlechteste der Auswahl!
Man kann es greifen: Mit Österreich gehts bergab - rasend schnell!
Da gibt es mehrere Fachkräfte mit Erfahrung und sendet den Unfähigsten nach Europa!
Dominus, sanctus im Spiritus!