Bruder des Kremser Opfers vor Gericht:
20-Jähriger soll Fotograf angegriffen haben
- Schuldbekennnis - Verteidigerin fechtet aber an
- Zeugen und psychiatrisches Gutachten beantragt

·Krems: Ganze Bande in Fall verwickelt?
Zwei weitere Männer von Polizei festgenommen
·Polizisten-Anwalt beharrt auf "Angriff"
Krems: Notwehr-Version
zuletzt angezweifelt
·Gutachten schüren Zweifel an Notwehr
Krems: Wurde Florian P. vorsätzlich erschossen?
·Florian P. starb 90 Minuten nach Schuss
Auch sofortige Hilfe hätte ihm nicht mehr geholfen
·Krems-Gutachten: Polizisten nie bedroht
Florian P. versteckt sich: Schuss in den Rücken
·Familie und Freunde nehmen Abschied
BILDER: Tiefe Trauer um erschossenen Florian P.
Der Bruder des Anfang August bei einem Einbruch in einen Kremser Supermarkt von der Polizei erschossenen 14-Jährigen musste sich wegen schwerer Körperverletzung in Krems vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 19-jährigen Kevin vor, am 6. August einen 22-jährigen Fotografen tätlich angegriffen zu haben, als dieser im Rahmen einer Trauerkundgebung eine Gedenkstätte abgelichtet hatte. Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.
Der Angeklagte bekannte sich schuldig, seine Verteidigerin bezweifelte aber die Schuldfähigkeit des 19-Jährigen zum Tatzeitpunkt. Alle Angehörigen seien unter einem "massiven Schock gestanden" und psychologisch betreut worden, so die Anwältin. Vor dem Haus der Familie hätten zahlreiche Medienleute gewartet und sie bedrängt. Darunter sei auch der 22-Jährige gewesen, der laut dem Angeklagtem gelacht haben soll.
Kurze Zeit später soll der Fotograf Kevin und seiner Familie beim Verlassen des Hauses durch einen Schleichweg erneut aufgelauert haben. "Er hat gelacht und Fotos von mir gemacht. Ich habe mich wirklich provoziert gefühlt", sagte der 19-Jährige. Deswegen habe er dem Fotografen den Mittelfinger gezeigt, dieser habe aber weiter gelacht.
"Da ist Kevin ausgezuckt"
Am darauffolgenden Tag soll ihn der Fotograf angetippt haben, als er vor der Gedenkstätte beim Eingang des Merkur-Markts kniete. Das alles sei mehr gewesen, als der 19-Jährige ertragen konnte, "da ist Kevin ausgezuckt", sagte die Verteidigerin.
Das Opfer hatte freilich andere Erinnerungen an den Vorfall. Er sei am 5. August beruflich vor dem Haus des Angeklagten gewesen: "Ich wollte das Geschehen mit der Kamera einfangen", erzählte er. Dabei habe er weder gewusst, dass der Angeklagte, den er flüchtig vom Fortgehen kenne, dort wohne, noch dass es bei der ganze Sache um seinen Bruder gehe. Er habe alles nur von einer Bushaltestelle weiter weg gesehen und den 19-Jährigen "sicher nicht ausgelacht oder provoziert". "Ich war eigentlich eher schockiert." Mit dem 19-Jährigen will das Opfer an diesem Tag gar keinen Kontakt gehabt haben, stattdessen soll dieser eine Auseinandersetzung mit einem Kamerateam gehabt haben.
Am 6. August sei er beim Merkur-Markt gewesen, um Fotos zu machen. Als er Kevin kommen sah, sei er aufgestanden, auf ihn zugegangen und habe ihn gegrüßt. Daraufhin habe dieser auf ihn eingeschlagen, so die Version des Opfers. Dabei erlitt der 22-Jährige einen komplizierten Bruch des Augenhöhlenbogens sowie Prellungen und musste mehrere Tage stationär in den Krankenhäusern Krems und St. Pölten behandelt werden.
Gutachten beantragt
Die Verteidigerin beantragte zwei Zeugen, die das Lachen des Fotografen am Tag vor dem Vorfall bestätigen sollen und außerdem psychiatrische Gutachten, die das massive Trauma des 19-Jährigen bestätigen und seine Schuldunfähigkeit beweisen sollen. Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest.
(apa/red)
Paketfunde in Kanada10:02
Pornostar als Killer?29-jähriger Luka Magnotta soll Bekanntschaft ermordet, zerstückelt und verschickt haben
Caritas-Konferenz13:25
Eine Milliarde hungertSituation ist wegen Dürre und Nahrungsmangel in Afrika am schlimmmsten
