Dienstag, 27. Oktober 2009

Elfjährige liegt auf der Intensivstation:
Kleines Mädchen leidet an Schweinegrippe

  • Ärzte sind besorgt: Zustand des Kindes "sehr ernst"
  • Mediziner verschiedener Fachbereiche im Einsatz

Der Zustand einer elfjährigen Südtirolerin, die am H1N1-Virus erkrankt ist und in Innsbruck behandelt wird, ist "weiterhin unverändert kritisch". Dies teilte die Universitätsklinik mit. Die Patientin aus Bozen bleibe wegen des Lungenversagens bis auf weiteres an die Herz-Lungen-Maschine (ECMO) angeschlossen. Ihr Zustand könne dadurch stabilisiert werden, sei aber laut Medizinern "sehr ernst".

Die Elfjährige wird weiterhin von einem interdisziplinären Team von Spezialisten auf der Intensivstation des Kinderzentrums am Landeskrankenhaus Innsbruck betreut. Das Mädchen war zuvor im Krankenhaus Bozen wegen akuter Atemnot behandelt worden. Als eine Beatmung mit Sauerstoff nicht mehr erfolgreich war, wurde das Kind nach Innsbruck überstellt.

Die Schülerin war am vergangenen Mittwoch mit grippalen Symptomen zu ihrem Hausarzt gekommen, berichtete der Intensivmediziner Thomas Müller, der das Kind betreut hatte.

Lungenversagen eher selten
Wie Müller berichtete, reagiere der Großteil der H1N1-Virus-Infizierten mit "ganz normalen" Grippesymptomen. Nur bei einer geringen Zahl der Patienten trete Lungenversagen ein, was auch bei der Boznerin der Fall sei. Derzeit werde nur durch eine Herz-Lungen-Maschine die Sauerstoffzufuhr gewährleistet. Dieser Zustand könne bis zu zwei Wochen andauern. In den vergangenen 24 Stunden sei es lediglich gelungen, "in vielen kleinen Schritten" Kreislauf- und Leber-Funktionen zu stabilisieren.

Müller warnte vor Panik. Ein derartiger Verlauf, wie bei dem Kind, sei sehr selten. Außerdem gebe es ja die Möglichkeit der Vorbeugung. Der Impfstoff sei zugelassen und in Österreich verfügbar.

(apa/red)

27.10.2009 09:20