Mittwoch, 28. Oktober 2009

Jetzt auch in Österreich: Protest 2.0

  • Kurt Kuch über clevere, vernetzte Studenten
  • PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Abseits der etablierten Kommunikationskanäle zeigen uns ein paar Studenten, wie man im 21. Jahrhundert effizient mobilisiert.

Als vor einer Woche die Studentenproteste begannen, schien das noch wenig spektakulär und nur mäßig spannend. Ein paar Studenten protestieren halt. Na und? Es schien, als hätten sie kein effizientes Netzwerk, keine tragfähigen Strukturen, keine Kontakte zu reichweitenstarken Medien und sowieso wenig politische Power. Entsprechend verhalten war auch die Berichterstattung im Fernsehen und in den wichtigsten Tageszeitungen. Das hat sich jetzt geändert. Und zwar mit gutem Grund: Denn die protestierenden Studenten haben alles, was sie benötigen, um effizient und zielgerichtet auf ihr Anliegen hinzuweisen.

Sie setzen auf soziale Online-Netzwerke wie Facebook, sie setzen auf Twitter, sie skypen, sie liefern Livestreams aus dem Audimax, interessanter Content kommt im Minutentakt. Kurzum: Sie agieren mit vergleichsweise minimalem finanziellem Einsatz und aus dem Stegreif schneller und effizienter, als es etablierte Medienkonzerne tun. Sie degradieren hochbezahlte Kommunikationsabteilungen von politischen Parteien und Interessenvertretungen zu Statisten. Kurzum: Sie zeigen uns vor, wie man im 21. Jahrhundert mobilisiert und kommuniziert.

Ein netter Versuch
Klar, dass es da naheliegend war, die Kommunikationsnetze der Protestler zu kappen: Das Netzwerk im Audimax wurde einfach abgeschaltet. Die Reaktion: Innerhalb kürzester Zeit haben die Studenten ein eigenes Netzwerk aufgebaut und sich so Unabhängigkeit verschafft. Mal im Ernst: Welche Organisation in Österreich schafft das in diesem Tempo und ohne Streuverlust? Videokonferenzen mit Arbeitsgruppen in ganz Österreich, Rund-um-die-Uhr-Berichterstattung in Echtzeit, 12.070 "Freunde" auf Facebook nach einem Wochenende, bis zu 2.600 Zuseher im Livestream, mehr als 1.000 "Follower" auf Twitter. Das heißt: Jedes Anliegen, jede Forderung, jeder Termin ist prompt beim Adressaten. Völlig unabhängig davon, wie die Studentenproteste ausgehen, steht jetzt schon eines fest: Diese Studenten setzen in Österreich völlig neue Maßstäbe in Sachen Mobilisierungs- und Kampagnenfähigkeit. Und sie haben noch einen Vorteil: Sie liefern ihrer Zielgruppe über Facebook & Co emotional aufgeladene Inhalte, die diese wirklich interessieren. Das ist der wesentlichste Unterschied zu vielen Politikern, die "halt auch" auf Facebook zu finden sind.

28.10.2009 11:15
irgendwer01, 21. 10. '09 14:36
NEUE Gesetze !
Ja her mit den Gesetzen für diese Geldaussauger des Staates. Dann könnt ma diese Großgauner einsperren und lassen dafür die kleine Diebe frei ! Könn ma a paar Gefängnisse zusperren !
helfri, 21. 10. '09 19:06
Re: NEUE Gesetze !
es ist schon einmal einem gelungen im knast zu enden (bawag) warum nicht endlich mal khg. supa sperren wir die gefängnisse zu und verschärfen die gesetze.aber dann kommt er wieder nicht in den knast.