Mittwoch, 21. Oktober 2009

Mehrere Investoren sind heiß auf Quelle:
Fortbestand in Österreich durchaus möglich

  • Gespräche mit den Interessenten bereits am Laufen
  • Weihnachtsgeschäft soll offenbar nicht in Gefahr sein

Trotz der gescheiterten Rettung des Versandhandelsriesen Quelle schmeißt die Österreich-Tochter nicht die Nerven weg. Gestern wurde bekannt, dass die deutsche Otto Group, der weltgrößte Versandhauskonzern, seine Fühler nach der Linzer Quelle AG ausstreckt. Auch andere Interessenten hätten Interesse an Quelle Österreich bekundet, sagt Betriebsratsvorsitzender Hinterwirth.

"Es laufen Gespräche". Namen nannte er nicht. Aber auch eine Stand-Alone-Variante schließt Hinterwirth nicht aus, wenngleich es wünschenswert wäre, dass die gesamte Gruppe zusammen bleibt.

Die Warenkreditversicherer Prisma und Coface halten einen Alleingang indes für ausgeschlossen. Martina Dobringer, Vorstand von Coface Austria, kann sich das zumindest nicht vorstellen, wie sie sagte. "Ich halte eine Stand-Alone-Basis von Quelle Österreich für ausgeschlossen", wird Bettina Selden, Vorstand von Prisma Österreich, in der Dienstagsausgabe des "WirtschaftsBlatt" zitiert. Quelle Österreich sei durch den zentralen Einkauf voll von Deutschland abhängig.

Weihnachtsgeschäft nicht in Gefahr
Rund 60 Prozent Textilien werden über die Bundesrepublik eingekauft - Katalogfotografie, IT, Logistik sowie die Erstellung der Werbemittel obliegen ebenfalls Deutschland. Laut Hinterwirth ist Quelle-Vorstand Wolfgang Binder gerade in Deutschland und kümmert sich um das Problem mit den Warenströmen. Das Weihnachtsgeschäft sieht der Betriebsratschef nicht in Gefahr. Wie der Frühjahrskatalog finanziert wird, sei aber noch nicht klar.

Skeptisch beurteilt Dobringer eine mögliche Übernahme durch Otto: "Ich sehe die Vorteile nicht. Quelle und Otto haben in Österreich dieselben Kunden." In den nächsten zwei Wochen müsse ein Investor her. "Wenn sich unter der heutigen Prämisse in drei oder vier Tagen kein realistischer Investor findet, trocknet Quelle Österreich aus", so ein Quelle-Insider zum "WirtschaftsBlatt".
(apa/red)

21.10.2009 14:10