Sonntag, 25. Oktober 2009

Ein Freitag, der die Welt veränderte: Vor
80 Jahren ging die Weltwirtschaft unter

  • New Yorker Börsencrash erfasste 1929 den Erdball
  • Vertrauen in internationale Institutionen als Lehre?

Aktien stürzen ins Bodenlose. Gigantische Bankkonzerne brechen zusammen. Industriebetriebe gehen in die Knie, die Arbeitslosigkeit explodiert. Und wir wissen: die Welt steckt in der tiefsten Krise seit Jahrzehnten. Um genau zu sein: Seit acht Jahrzehnten. Denn was uns als Wirtschaftskrise seit einem Jahr in Angst und Bann hält, brach schon einmal 1929 über die Menschheit herein: Vor achtzig Jahren erlebte die Welt einen "Schwarzen Freitag" - ein Börsencrash, der in die Große Depression mündete und dessen Nachwirkungen wir bis heute spüren.

Alles begann in New York. Nach den "goldenen Zwanzigern", Jahren des Booms und Wirtschaftswachstums platzte an der Wall Street eine Blase, die Spekulationen aufgebläht hatten. Innerhalb einer Woche verloren die Aktienkurse 40 Prozent ihres Wertes, bis Sommer 1932 waren sie nur noch ein Zehntel wert. Die Neue Freie Presse berichtete noch im Oktober 1930 über die "Die Börsenkatastrophe in Newyork".

Doch die war erst der Anfang. Der unvergleichliche Sturz der Finanzwelt löste eine Kettenreaktion aus, die sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit über die gesamte Welt ausbreitete. In Österreich erwischte es zunächst ein besonders traditionsreiches Finanzinstitut : "Die Credit-Anstalt, die bisher mächtigste und stärkste Bank von Österreich mit vertrauenswürdiger Führung, muß Verluste von hundertvierzig Millionen Schilling verzeichnen", war in der "Neuen Freien Presse zu lesen, als das Bankhaus 1931 seine Pleite verkündete.

Lehren aus der Krise
Was folgte, waren Arbeitslosigkeitsraten von bis zu 25 Prozent, Jahre der Massenarmut, soziale Krisen und politische Unruhen. "Damals der Ruf nach dem Staat und mehr Kontrolle laut", erläutert Wirtschaftshistoriker Peter Eigner gegenüber NEWS.at. Eine Parallele zur Gegenwart: Denn auch achtzig Jahre später geht die Wissenschaft immer noch der Frage nach, warum diese Krise so plötzlich und verheerend über die Welt hereinbrechen konnte. Und findet in der gegenwärtigen Krise vielleicht die Lehre, die man tatsächlich aus der Großen Depression nach 1929 gezogen hat: "Die Stärke und das große Vertrauen in internationale Institutionen ist etwas, was diese Krise von der Weltwirtschaftskrise 1929 unterscheidet", bilanziert Eigner.

Es ist also durchaus zu hoffen, dass man aus der Geschichte doch gelernt hat. Denn die Große Depression mündete in politische Radikalisierung, Faschismus und den Zweiten Weltkrieg - und darauf wollen es die Staatenlenker der Gegenwart jedenfalls nicht ankommen lassen.

(Stefan Meisterle)

25.10.2009 10:14
HGPeitl, 24. 10. '09 09:00
Spielen mit Menschenleben
Wenn man diesen Artikel aufmerksam liest, so wird einem klar, dass die Regierungen gar keinen Ausweg aus der Krise suchen wollen, sondern dass der Mensch daran lernen soll, auf grössere Systeme zu hören.

Bleibt nur die Frage: Was ist mit denjenigen, die dieses Spiel nicht überleben? Wer entschädigt diese Menschen, ich meine nachdem Sie es gelernt haben, dafür, dass sie ihr leben dabei verloren.

Ich selber bin folglich davon überzeugt: Es gibt gar keine Wirtschaftskrise, nur einen sehr schwer zu erlernenden Lehrstoff, da uns das Erlernen die Freiheit und Demokratie kostet.

Hans-Georg Peitl
Verband der Unabhängigen-
Journalisten
www.freiheitlich-macht.schluss.tv