Österreich bei Sozialschutz spitze: Jeder 2.
bis 3. Steuereuro fließt in Sozialleistungen
- 41,7 Prozent der gesamten Ausgaben für Soziales
- EU-Staaten geben im Schnitt deutlich weniger aus

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Österreich arbeitet hart, um sozial zu sein: Jeder zweite bis dritte Steuer-Euro fließt in Sozialleistungen - mehr als in den meisten anderen Industrienationen. Während die EU-Länder im Durchschnitt 37,7 Prozent für Soziales ausgeben, fällt dieser Posten in Österreich deutlich größer aus: 41,7 Prozent lässt sich der Staat den Sozialschutz kosten. Auch der Solidaritätsgedanke ist hierzulande offenbar ausgeprägt: Österreich ist unter jenen Ländern zu finden, die besonders stark auf Transferleistungen setzen.
Kein Ausgabenbereich ist dem österreichischen Staat auch nur annähernd so wichtig wie der Sozialschutz. Lediglich 14,6 Prozent werden für Gesundheit, 13,7 Prozent für allgemeine öffentliche Dienstleistungen und 11,9 Prozent für Bildung ausgegeben. Wirtschaftsangelegenheiten schlagen mit 9,4 Prozent zu Buche, wie der OECD-Bericht "Government at a Glance" vorrechnet.
Nur zwei Prozent der gesamten Ausgaben fließen in Erholung, Kulturelles und Religion. Mit 1,8 Prozent der Gesamtausgaben für Verteidigung liegt Österreich sowohl unter dem OECD-Schnitt (3,4 Prozent) als auch dem EU-Schnitt (drei Prozent). 1,2 Prozent der Ausgaben gehen an Wohnraum und Gemeinschaftseinrichtungen, 0,7 Prozent werden für Umweltagenden aufgewendet.
Schweden gibt am meisten aus
Auch bemessen nach den Sozialausgaben in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt Österreich mit 20,6 Prozent auf Platz vier und damit im Spitzenfeld. Schweden wendet laut Studie mit 22,7 Prozent den größten Anteil auf, gefolgt von Frankreich mit 22,3 Prozent und Dänemark mit 21,8 Prozent.
Zudem hat die OECD eine Gegenüberstellung vorgenommen, in welchem Verhältnis bei den staatlichen Ausgaben Transferleistungen zu Sachleistungen stehen. Unter ersterem Begriff fasst die Organisation klassische Transferleistungen, aber auch etwa Pensionen und Arbeitslosengeld (also Versicherungsleistungen) sowie Entwicklungshilfe zusammen. Unter Sachleistungen versteht die OECD nichtmonetäre Maßnahmen wie Gutscheine, bezieht hier aber auch Gesundheits- und Bildungsleistungen ein. Dieser Aufstellung zufolge sind in Österreich über 40 Prozent der Gesamtausgaben Transferleistungen, womit es gemeinsam mit Deutschland, Griechenland und Italien im Spitzenfeld liegt. In Relation zum BIP beträgt der Anteil der Transferleistungen in Österreich, Italien und Deutschland über 20 Prozent.
(apa/red)

