Donnerstag, 22. Oktober 2009

Konjunkturprogramme, Steuereinbußen &
Arbeitslosigkeit: Staat versinkt in Schulden

  • Budgetdefizit 2008 stärker angestiegen als erwartet
  • Neuverschuldung legt in meisten Staaten Europas zu

Eurostat hat wieder einmal abgerechnet - und wenig Erfreuliches zu berichten: Europas Haushaltsdefizite sind im letzten Jahr stärker angeschwollen als erwartet. Konjunkturprogramme, Steuereinbußen und Arbeitslosigkeit kommen die Staaten teuer zu stehen. Zwar konnten sechs Länder ihre im April geäußerten Prognosen übertreffen und acht Staaten ihre Erwartungen bestätigen, 13 Regierungen aber machten ihre Aufgaben offenbar nicht ganz so ordentlich - darunter Österreich.

Österreichs Budgetdefizit für 2008 ist mit 0,4 Prozent um 0,1 Prozentpunkte höher ausgefallen als noch im im April angenommen. Der öffentliche Schuldenstand für Österreich stieg damit von zuletzt 59,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 2007 auf 62,6 Prozent an. Österreich hatte zahlreiche Maßnahmen zur Stabilisierung von Arbeits- und Finanzmarkt ergriffen und kostspielige Konjunkturschritte eingeleitet. Auch der krisenbedingte Rückgang der Steuereinnahmen fiel ins Gewicht.

Die höchsten öffentlichen Defizite wiesen 2008 Griechenland (-7,7 Prozent), Irland (-7,2), Rumänien (-5,5) und Großbritannien (-5,0) auf. Deutschland hat einen ausgeglichenen Haushalt und sieben weitere Staaten weisen einen Budgetüberschuss auf: Finnland (+4,5 Prozent), Dänemark (+3,4), Schweden und Luxemburg (-2,5), Bulgarien (+1,8), Zypern (+0,9) und die Niederlande (+0,7).

In der gesamten EU-27 wurde das Budgetdefizit mit 2,3 Prozent angegeben, das bedeutet keine Veränderung gegenüber den April-Daten. In der Eurozone gab es mit einem Abgang von 2,0 Prozent dagegen einen um 0,1 Prozentpunkte leicht verschlechterten Wert. Unverändert blieben die Schuldenstände mit 61,5 Prozent für die EU-27 und 69,3 Prozent für die Eurozone.

Musterschüler Großbritannien
Was die Veränderungen der Prognose vom April 2009 zu Oktober 2009 betrifft, hat sich Großbritannien trotz des hohen Defizits von -5,0 Prozent um 0,5 Prozentpunkte verbessert. Auch Finnland und Bulgarien konnten mit plus 0,3 Prozentpunkte ihre Defizitzahlen positiv korrigieren, Deutschland, Estland und Polen um plus 0,2 Prozentpunkte. Verschlechterungen gegenüber April gab es für Griechenland (minus 2,7 Prozentpunkte auf ein Defizit von nunmehr 7,7 Prozent), Slowenien (-0,9), Tschechien (-0,6), Ungarn (-0,4), die Niederlande (-0,3), Dänemark, Spanien und Lettland wiesen eine Verschlechterung von -0,2 Prozentpunkte auf, Luxemburg, Portugal, Rumänien, die Slowakei und Österreich von je -0,1 Prozentpunkte. Unverändert blieben die Werte für Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Litauen, Malta, Schweden und Zypern.

Nach den Kriterien des Stabilitätspaktes sollte die Schuldenquote 60 Prozent und das Defizit 3 Prozent nicht übersteigen. Ursprünglich sollten bis 2010 die Länder der Eurozone einen ausgeglichenen Haushalt erreichen, die EU-Kommission hat jedoch bereits eingeräumt, dass dies angesichts von Finanzkrise und Konjunktureintrübung nicht mehr realistisch ist. Zuletzt hatten bereits 20 der insgesamt 27 EU-Länder Defizitverfahren der Kommission erhalten, weil sie über der 3-Prozent-Defizitquote lagen. Die sogenannte "Exit-Strategie" aus den durch die Konjunkturpakete gegen die Krise entstandenen Schulden wird frühestens 2011 einsetzen.
(apa/red)

22.10.2009 14:14
sidestep, 22. 10. '09 14:12
Molterer hat es schon immer gesagt!
Der "Pater" Willi Molterer hat es ja schon immer gesagt: Nur die ÖVP, die derzeit sowohl das Finanzministerium als auch das Wirtschaftsministerium führt, kann wirtschaften. Stimmt - siehe Budgetdefizit. Oder heißt die Abkürzung ÖVP etwa "Österreichische Verschleuderer Partei?" Laut dem "Pater Willi" heißt SPÖ ja "Österreichs Schulden Partei". Ja viel besser als die Roten könnt ihr es auch nicht lieber Pater Willi oder?. Hoffentlich bekommst du den Kommisarposten bei der EU nicht, weil sonst steigt dort das Defeizit auch noch an!
Vasant, 22. 10. '09 17:18
Re: Molterer hat es schon immer gesagt!
Besser kann man es kaum formulieren;) Mich wundert es
auch nicht, dass wir bei den Politikern (die ja eigentlich nur
mehr für Brüssel arbeiten) ein Defizit haben;)

Ich bin ja schon gespannt, wann uns die EU dann auch
noch eine saftige Strafe auftischt und wir (Steuerzahler)
dann auch noch für die Fehlpolitik unserer Politiker ans
Ausland (Brüssel) zahlen dürfen, abgesehen von den
Millionen, die wir jährlich eh schon blechen ... kann mir
einer sagen, was mit unseren Millionen eigentlich passiert?

Also Österreich zahlt, aber irgendwie spürt unsere
Bevülkerung gar nichts davon ... die EU macht echt
Sinn ... halt für die Geldbörsen der Politiker!