Jermaine Jones wechselt Nationalteam:
Und Steffen Hofmann weiter nur Zuseher
- Deutscher Nationalspieler tritt ab nun für die USA an
- Wird in diesem Fall mit zweierlei Maß gemessen?
UMFRAGE: Soll ÖFB den Fall Hofmann neu aufrollen?

Fußball-Profi Jermaine Jones von Schalke 04 darf bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika für die USA auflaufen. Der Weltverband FIFA genehmigte den Verbandswechsel des 27-jährigen Mittelfeldspielers, der sich im Juni entschlossen hatte, künftig für die US-Auswahl statt für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen. Jones hat sowohl die deutsche Staatsbürgerschaft als auch jene der USA. Da drängt sich die Frage auf, warum für einen dreifachen A-Nationalspieler das möglich ist, was einem Steffen Hofmann verwehrt wird.
Offensichtlich ist die Barriere zwischen zwei Nationalteams doch nicht so undurchdringbar, wie es von der FIFA allgemein verkündet wird. Jermaine Jones trat bisher in drei Freundschaftsspielen für die deutsche Nationalmannschaft an und wechselt nun in das Lager der USA. Das aber nur, weil er unter Bundestrainer Joachim Löw keine Perspektiven für sich sieht. Und Rapid-Kapitän Steffen Hofmann darf bei Spielen der österreichischen Nationalmmanschaft nur zusehen. Der gebürtige Deutsche absolvierte aber nur einige Spiele für Nachwuchsauswahlen seines Geburtslandes.
Dass das eine schiefe Optik bekommt, liegt auf der Hand.
Es ist zwar unverzeihlich, dass die ÖFB-Verantwortlichen damals die Frist verabsäumten, die Causa Hofmann im Sinne des österreichischen Fußballs zu regeln, und dann vor verschlossenen Türen standen. Aber in Anbetracht solcher Wechselfälle müssten beim ÖFB alle Alarmglocken läuten und die Funktionäre wieder aktiv werden. Denn wenn der Verdacht entsteht, dass hier bei der FIFA mit zweierlei Maß gemessen wird, muss man offensiv werden und alles versuchen, im Fall Hofmann vielleicht doch noch ein positives Ergebnis für Österreich zu erwirken.
(red)
