Freitag, 23. Oktober 2009

Bermen-Spiel nichts für schwache Nerven:
Karl Daxbacher lobt Austrias Teamspirit

  • Werder nach verhautem 2:0 schwer verärgert
  • EL: Aufstieg für Austria trotz 2:2 in weiter Ferne

Die Heimspiele der Austria in der Europa League sind nichts für schwache Nerven. Im vierten Match im Horr-Stadion liefen die Wiener gegen Werder Bremen zum vierten Mal erfolgreich einem Rückstand hinterher, ebenfalls zum vierten Mal spielten dabei eingewechselte Spieler mit ihren "Jokertoren" eine entscheidende Rolle.

"Wir holen immer wieder Rückstände auf, dadurch steigt das Selbstvertrauen. Derzeit haben wir einen Teamspirit, der richtig Freude macht", meinte Austria-Trainer Karl Daxbacher nach dem Remis gegen den DFB-Cupsieger, der durch Claudio Pizarro (19., 63.) 2:0 geführt hatte, aber im Finish noch Gegentreffer durch Emin Sulimani (73./bereits dritter Europa-League-Treffer) und den Joker Schumacher (87.) hinnehmen musste.

Austria-Vorstand Thomas Parits sprach mit seiner zwiespältigen Analyse der Partie dem Rest der violetten Gemeinde aus dem Herzen. "Wir haben wieder ein super Match im Horr Stadion gesehen. Aber leider haben wir in den entscheidenden Phasen Fehler gemacht, die in dieser Höhenluft bestraft werden", so Parits, der damit vor allem den Schnitzer von Jacek Bak vor dem 0:2 ansprach.

Weiter nur Außenseiter
Denn trotz der spektakulären Aufholjagd gegen die Bremer bleibt die Austria im Rennen um die Top-Zwei-Plätze in Gruppe L nur Außenseiter. Daxbacher glaubt, dass man aus den verbleibenden drei Partien gegen Bremen (auswärts), Bilbao (heim) und Funchal (auswärts) zumindest fünf Punkte brauchen wird, um ernsthafte Aufstiegschancen zu haben.

In der dritten Quali-Runde gegen Novi Sad (auswärts 1:1) lagen die Austrianer 0:1 und 1:2 zurück, ehe die Wende zum 4:2-Endstand kam, zu der die Joker Emin Sulimani und Mamadou Diabang maßgeblich beitrugen. In der vierten Quali-Runde gegen Metallurg Donezk (auswärts 2:2) liefen die Wiener ebenfalls einem 0:1 und 1:2 hinterher, ehe in der Verlängerung der ins Spiel gebrachte Sulimani das entscheidende 3:2 markierte.

In der Gruppenphase führte Funchal 1:0 in Wien, bis Joker Schumacher den Ausgleich besorgte. Und nun gegen Werder wiederholte sich die Geschichte nach 0:2-Rückstand.

Bremer verärgert
Die Bremer, die durch zwei Tore von Claudio Pizarro 2:0 geführt hatten, sind mit sieben Punkten aus drei Spielen weiterhin voll auf Kurs Richtung Sechzehntelfinale, angesichts der vergebenen 2:0-Führung flogen die Bremer aber mit langen Gesichtern zurück nach Norddeutschland. "Sehr ärgerlich und völlig überflüssig. Zu viel Lob tut anscheinend nicht gut", fand Clubchef Klaus Allofs nach den positiven Schlagzeilen der vergangenen Wochen klare Worte.

Die am meisten diskutierte Szene nach Schlusspfiff im Horr-Stadion war jene vom nichtgegebenen Tor von Zlatko Junuzovic beim Stand von 0:1 in der 55. Minute. Der "Pass" zu Junuzovic war von Torsten Frings und somit von einem Bremer gekommen, deshalb hätte es eigentlich keine Abseitsentscheidung geben dürfen. Während sich der italienische Unparteiische Paolo Tagliavento auf Interpretationsspielraume in solchen Szenen berief, meinte Österreichs Schiedsrichter-Boss Johann Hantschk, derzeit in Mazedonien im Einsatz, nach kurzem TV-Studium: "Die Bilder sprechen für sich. Das war ein reguläres Tor."

(apa/red)

23.10.2009 13:46