Sturm braucht ein Fußball-Wunder: Grazer klammern sich an minimale Aufstiegschance
- Nach 0:1-Niederlage in Athen mit Rücken zur Wand
- Trainer Foda trauert vergebeneb Chancen nach
Sturm Graz steht nach der 0:1-Niederlage bei Panathinaikos Athen in der Europa League mit dem Rücken zur Wand. Nur drei Siege in Serie könnten den Steirern wohl noch zum Aufstieg in die Runde der Letzten 32 verhelfen. "So lange die Chance besteht, soll man daran glauben und versuchen, sie zu nützen. Aber es wird wahnsinnig schwer", war sich Peter Hlinka bewusst.
Die zweite 0:1-Niederlage nach der Auftaktpleite gegen Dinamo Bukarest wäre genauso vermeidbar gewesen. Ein individueller Fehler von Mario Sonnleitner, der nach der Pause für den überforderten Prettenthaler links verteidigte und den durchbrechenden Salpingidis im Strafraum in der 59. Minute legte, versperrte den Grazern den Weg zu einem Erfolgserlebnis. "Wir waren einmal unaufmerksam. Auf internationaler Ebene darf sich ein Verteidiger so nicht verhalten, da wird so ein Fehler sofort bestraft", kritisierte Foda den gelernten Innenverteidiger.
Sonnleitner war aber nicht der alleinige Schuldige an der Niederlage, im Gegensatz zur Partie gegen Galatasaray (1:1) lief im Spiel nach vorne zu wenig zusammen. Bei den wenigen, allerdings gefährlichen Tormöglichkeiten fehlten die Kaltschnäuzigkeit und das nötige Glück. Der alleine vor Goalie Tzorvas stehende Weber (32.) hätte die Foda-Elf schon vor der Pause in Führung schießen müssen. "Ich hatte leider zwei Gedanken und habe mich für den falschen entschieden", ärgerte sich der Mittelfeldspieler.
Vergebene Chancen
Zudem ging ein Kopfball des aufgerückten Schildenfeld unmittelbar nach dem Gegentreffer an die Stange (63.), der zuletzt in Meisterschaft (7 Tore) und Europacup (3 Tore) so treffsichere Daniel Beichler scheiterte mit seiner Doppelchance an Tzorvas (66.). "Wenn man drei tausendprozentige Chancen nicht nützt und einen dummen Elfmeter bekommt, kann man nicht gewinnen", resümierte ein sichtlich verärgerter Foda.
Der Chefcoach trauerte zumindest der vergebenen Chance auf ein Remis nach. "Ich bin sehr unzufrieden, aufgrund der Torchancen hätten wir mit Glück Unentschieden spielen können", sagte Foda. Der Ex-Sturm-Kicker sah aber doch auch positive Dinge. "Insgesamt war meine Mannschaft in der Defensive sehr gut organisiert und hat taktisch sehr gut gespielt. In der ersten Hälfte hat sie kaum Torchancen zugelassen", resümierte der Deutsche.
Foda hatte Jakob Jantscher von Beginn an auf der Bank gelassen, der ÖFB-Teamspieler konnte nach seiner Einwechslung für Haris Bukva nach dem 0:1 keine entscheidenden Akzente mehr setzen. "Ich habe in den vergangenen Wochen sehr viele Spiele absolviert, bin etwas müde, die Spritzigkeit fehlt", gab Jantscher zu. Mit dem Europacup abgeschlossen hat der 20-Jährige aber noch nicht. "Wir geben sicher nicht auf", betonte der Mittelfeldspieler.
Die Steirer liegen nach drei Runden mit nur einem Zähler weiterhin am Tabellenende, Galatasaray (7 Punkte) führt nach dem klaren 4:1 gegen Bukarest vor Panathinaikos (6) und Dinamo (3). In zwei Wochen haben sowohl die Grazer als auch die Rumänen die Chance zur Revanche. "Im Moment sind Galatasaray und Panathinaikos einen großen Schritt vor uns. Wir müssen jetzt das Rückspiel gewinnen, um noch eine Möglichkeit zu haben", ist für Foda das Thema Aufstieg noch nicht erledigt.
(apa/red)

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