Werder Bremen zu Gast am Verteilerkreis:
Austria hofft dank Heimvorteil auf Sensation
- Daxbacher: "Nicht nur die Bremer sind gut in Form"
- Werder-Coach Schaaf erwartet einen Hexenkessel

Fünf Wochen nach dem 3:0-Triumph von Rapid über den Hamburger SV hat die Austria heute (19.00 Uhr/live auf NEWS.at) in der Europa League gegen Werder Bremen den nächsten rot-weiß-roten Coup gegen eine deutsche Fußball-Spitzenmannschaft im Visier. "Österreich gegen Deutschland ist immer ein Duell David gegen Goliath. Aber wir wissen, dass vor allem mit dem Heimvorteil auch starke Gegner besiegt werden können", erklärte Austria-Trainer Karl Daxbacher vor dem Gruppe-L-Duell im seit Wochen ausverkauften Horr-Stadion (11.000 Zuschauer).
Über die Klasse der Bremer, amtierender DFB-Cupsieger und UEFA-Cup-Finalist 2009, brauche man nicht lange diskutieren. "Zudem sind sie sehr gut drauf, haben 13 Spiele in Folge nicht verloren. Aber nicht nur die Bremer sind gut in Form. Auch wir haben gegen Salzburg (am Samstag 1:0, Anm.) gezeigt, dass wir körperlich und spielerisch eine Top-Leistung bringen können. Im eigenen Stadion glauben wir an einen Sieg", meinte Daxbacher, dessen Team 19 Heimpartien en suite ungeschlagen beendet hat.
Auch Austria-Sportvorstand Thomas Parits sieht Chancen auf eine Sensation und verweist auf die Partie gegen die Salzburger. "So stelle ich mir ein Austria-Spiel vor. Mit vollem Einsatz, die Fans waren begeistert. Wir wissen, dass eine europäische Spitzenmannschaft nach Wien kommt, aber die Spieler werden sich wieder zerreißen", versprach Parits und glaubt, dass sein Team "nichts zu verlieren hat und nur gewinnen kann".
Will die Austria aber unter die Top-Zwei der Gruppe kommen und das Sechzehntelfinale erreichen, dann steht sie gegen Bremen sehr wohl unter Zugzwang. Daxbacher betonte zwar, dass die Austria in einem Pool mit Teams aus Deutschland, Spanien (Bilbao) und Portugal (Funchal) von Haus aus Außenseiter gewesen ist, stellte aber klar: "Wir wollen gewinnen, und dazu muss man auch etwas riskieren und darf nicht nur Vorsicht walten lassen. Das soll von der ersten Minute an zu sehen sein."
Acimovic schießt Elfer
Die Austria muss ohne den an der Schulter verletzten Stammtormann Szabolcs Safar antreten, für ihn wird Robert Almer das Gehäuse hüten. Ebenfalls fehlen werden die langzeitverletzten Stürmer Rubin Okotie und Tomas Jun sowie der gesperrte Markus Suttner. Innenverteidiger Aleksandar Dragovic ist fraglich (Adduktorenzerrung), laut Daxbacher "schaut es aber schon etwas besser aus". Nach zwei verschossen Elfmetern durch Milenko Acimovic und Mamadou Diabang legte Daxbacher übrigens explizit einen Schützen fest: "Ich habe Acimovic als Schützen bestimmt."
Bei den Bremern gelte es vor allem "das magische Dreieck" (Daxbacher) mit Mesut Özil, Marko Marin und Claudio Pizarro zu beachten. Natürlich stehe auch das Innenverteidigerduo Per Mertesacker und Naldo für absolute Weltklasse, genauso wie Torsten Frings im defensiven Mittelfeld. "Da ist schon einige Qualität vorhanden", so Daxbacher.
Schaaf warnt vor motivierten Österreichern
Die Deutschen sind im Hotel Hilton Plaza auf der Ringstraße abgestiegen. Werder will im dritten Anlauf den ersten Sieg auf österreichischem Boden schaffen. 1989 verloren die Bremer im UEFA Cup gegen die Austria 0:2 (mit Thomas Schaaf als Spieler) und 2003 im Intertoto Cup gegen Pasching sogar 0:4 (mit Schaaf als Trainer).
"Das wird kein Selbstläufer", warnte Schaaf trotz des positiven Trends seine Spieler vor einem lauf- und kampfstarken Gegner. "Da wird was auf uns zukommen." Werder-Clubchef Klaus Allofs ist sich vor dem Match im Horr-Stadion sicher: "Das wird ein Hexenkessel. Österreichische Teams sind immer eine Klasse besser, wenn es gegen Deutsche geht."
FK Austria Wien - SV Werder Bremen:
(Wien, Franz Horr Stadion, Donnerstag, 19.00 Uhr,
SR Paolo Tagliavento/ITA)
Austria: Almer - Standfest, Bak, Dragovic/Madl, Ortlechner - Klein, Baumgartlinger, E. Sulimani - Junuzovic, Acimovic - Diabang
Ersatz: Lindner - Hattenberger, Vorisek, Schumacher, Krammer, Liendl, Topic, Wallner
Fraglich: Dragovic (Adduktorenzerrung)
Es fehlen: Safar (Kapselüberdehnung im Schultergelenk), Suttner (gesperrt), Okotie (Knie-Operation), Jun (Kreuzbandriss), Leovac (Bauchmuskelzerrung)
Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch - Frings - Bargfrede, Hunt - Özil - Pizarro, Marin
Ersatz: Vander - Rosenberg, Andersen, Marcelo Moreno, Borowski, Pasanen, Oehrl
Es fehlen: Prödl, Hugo Almeida (beide rekonvaleszent), Jensen (verletzt), Niemeyer (gesperrt)
(apa/red)
Deutsche Liga
Premier League
Serie A
Primera Division