Montag, 19. Oktober 2009

Unglückliche Niederlage bei Sturm Graz:
Rapid hadert mit dem Schiedsrichter-Team

  • Pacult: "Bitter, mit so einer Niederlage heimzufahren"
  • Aberkannter Treffer in Nachspielzeit erzürnt Gemüter

Sturm Graz hat mit einem 1:0-Heimsieg gegen Rapid Selbstvertrauen für das Europa-League-Spiel bei Panathinaikos Athen getankt. Der Erfolg der Gastgeber in der ausverkauften UPC-Arena war allerdings mehr als schmeichelhaft. In der Nachspielzeit wurde ein regulärer Treffer der Wiener wegen Abseits aberkannt.

Die Steirer boten in der ersten Hälfte eine enttäuschende Vorstellung, den dominierenden Gästen wiederum fehlte die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. "Es war schwer, in die Gänge zu kommen, wir waren unsicher im Passspiel. Rapid ist in der Defensive kompakt gestanden und hätte in Führung gehen müssen", war sich Sturm-Coach Franco Foda bewusst. Nach einer Kabinenpredigt des Deutschen präsentierten sich Andreas Hölzl und Co. aber von einer besseren Seite. "Wenn man die erste Hälfte weglässt, sind wir nicht unverdient in Führung gegangen", meinte Foda.

Vielumjubelter Held bei den "Blackies" war einmal mehr Daniel Beichler, der in der 56. Minute nach einem Hölzl-Zuspiel mit seinem siebenten Saisontreffer für die Entscheidung sorgte. "Der Beichi kann momentan die Augen zu machen und trifft auch", sagt Kapitän Hölzl über den Grazer Erfolgsgaranten. "Ich bin abhängig von anderen Spielern, sie setzen mich sehr gut ein", gab Beichler das Lob an seine Teamkollegen weiter.

Glück auf der Seite von Sturm
In der Folge stand den Steirern vor allem in der 94. Minute das Glück zur Seite, als der Linienrichter nach einem Treffer von Hamdi Salihi zu Unrecht auf Abseits entschied, da der Grazer Mittelfeldspieler Manuel Weber zu spät herausgelaufen war. "Das Tor war kein Abseitstor", wusste auch Foda. "Wenn man gegen Rapid gewinnen will, braucht man auch das nötige Glück", fügte der Graz-Coach hinzu.

Verständlich daher, dass die Rapidler vor allem auf Schiedsrichter Robert Schörgenhofer und sein Team sauer waren. "Ich habe eigentlich eine sehr hohe Meinung von Schörgenhofer, er hat internationales Format. Aber heute hat er das nicht auf den Platz gebracht, er hat zu kleinlich gepfiffen", ärgerte sich Tormann Helge Payer. Man könne in Graz schon verlieren, wenn man sehe wie, sei dies aber sehr bitter. "Wir waren viel stärker als Sturm, das nützt uns im Endeffekt aber gar nichts", sagte der ÖFB-Teamgoalie.

Auch Coach Peter Pacult war aufgrund der Situation in der Nachspielzeit, nach der Nikica Jelavic wegen Kritik auch noch die Gelb-Rote-Karte sah, verärgert. "Wir haben ein reguläres Tor gemacht, wahrscheinlich hat der Schiedsrichterassistent mittags Reisfleisch gegessen, dass er die Hand gehoben hat", sagte der Rapid-Trainer. An der Leistung seiner Truppe konnte der Wiener demgegenüber nur wenig aussetzen. "Man hat im Großen und Ganzen eine sehr gut aufgelegte Rapid-Mannschaft gesehen, wir hätten in der ersten Hälfte in Führung gehen müssen. Wenn du dann auch noch einen klaren Elfmeter nicht bekommst, wird es schwer in Graz zu bestehen", analysierte Pacult.

"Es ist bitter, mit so einer Niederlage heimzufahren, wir müssen aber auch mit Niederlagen umgehen können und das werden wir", blickte Pacult optimistisch in die Zukunft.

(apa/red)

19.10.2009 12:19