Zwei Selbstmord-Anschläge in Bagdad: Attentäter reißen 155 Menschen in den Tod
- Koordinierte Detonationen: 500 Menschen verletzt
- Militante Islamisten bekennen sich zu Anschlägen

Die Zahl der Todesopfer der beiden Bombenanschläge in Bagdad ist auf 155 gestiegen. Zudem wurden mehr als 500 Menschen bei dem schwersten Anschlag in der irakischen Hauptstadt seit mehr als zwei Jahren verletzt, wie die Polizei mitteilte. Am Sonntag hatten zwei Selbstmordattentäter binnen weniger Minuten zwei Bomben vor dem Justizministerium sowie einem Verwaltungsgebäude gezündet.
Die Regierung vermutet Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein hinter der Tat. Die Anschläge seien gegen die Parlamentswahl im Jänner gerichtet. Die Opposition verdächtigt die Sicherheitskräfte des Landes in die Anschläge verwickelt zu sein.
Militante Islamisten
Inzwischen hat sich eine islamistische Gruppe mit Verbindungen zum irakischen Zweig von Al-Kaida zu den schweren Anschlägen bekannt. In einer Erklärung, die auf einer häufig von Extremisten verwendeten Internetseite veröffentlicht wurde, erklärte die Gruppe "Islamischer Staat im Irak", sie sei für die Taten verantwortlich. Die Selbstmordattentäter hätten es auf das Justizministerium und eine Gebäude des Regionalparlaments von Bagdad abgesehen gehabt.
Nach den Anschlägen wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft. Mehrere Straßen im Zentrum blieben gesperrt, die Zahl der Sicherheitskräfte wurde deutlich erhöht. Armeefahrzeuge säumten die Straßen, Kontrollpunkte wurden eingerichtet.
Die erste Autobombe detonierte gegen 10.30 Uhr Ortszeit (8.30 Uhr MEZ) an einer belebten Straße zwischen den Ministerien für Justiz und Arbeit im Herzen der Stadt. Das präparierte Fahrzeug sei mitten auf der Straße explodiert. Feuerwehrleute bemühten sich mit Leitern um einen Zugang zu den oberen Stockwerken der stark beschädigten Regierungsgebäude, in denen weitere Opfer befürchtet wurden. Schreie gellten durch die Straßen. Unter den Toten waren nach Klinikangaben zahlreiche Frauen und ältere Menschen.
Zehn Minuten später ging die zweite Autobombe im Stadtteil Salhiyeh hoch. Vor dem Gouverneurssitz lagen Leichen und Leichenteile verstreut. Rettungskräfte bargen verkohlte menschliche Überreste aus zerstörten Fahrzeugen. Durch die Wucht der Explosionen wurden umliegende Gebäuden stark beschädigt.
(apa/red)
Paketfunde in Kanada10:02
Pornostar als Killer?29-jähriger Luka Magnotta soll Bekanntschaft ermordet, zerstückelt und verschickt haben
Caritas-Konferenz13:25
Eine Milliarde hungertSituation ist wegen Dürre und Nahrungsmangel in Afrika am schlimmmsten
