Tausende gehen auf die Straßen: Briten demonstrieren für Rückzug aus Afghanistan
- 9.000 Soldaten im Süden des Landes stationiert
- Seit 2001 wurden schon 222 Briten im Einsatz getötet

Mehrere tausend Menschen haben in London gegen den Einsatz britischer Truppen in Afghanistan protestiert. Nach Angaben der Polizei demonstrierten rund 5.000 Menschen in der britischen Hauptstadt, die Veranstalter sprachen von 10.000 Teilnehmern. Großbritannien hat derzeit rund 9.000 Soldaten in Afghanistan stationiert, die meisten davon in der südlichen Provinz Helmand.
Bei dem Einsatz gegen die radikalislamischen Taliban kamen seit 2001 insgesamt 222 britische Soldaten ums Leben. Premierminister Brown hatte Anfang des Monats die Entsendung von 500 zusätzlichen Soldaten angekündigt.
Nach einer Umfrage glauben 48 Prozent der Briten, dass der Kampf gegen die Taliban nicht zu gewinnen ist. Im August 2007 waren es 36 Prozent. 62 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, die britischen Truppen innerhalb eines Jahres aus dem Land am Hindukusch abzuziehen. Für die Umfrage im Auftrag von YouGov/Channel 4 News wurden am Donnerstag und Freitag 2042 Erwachsene befragt.
Demo in Warschau
In der polnischen Hauptstadt Warschau demonstrierten unterdessen mehrere hundert Menschen gegen den Afghanistan-Einsatz. Sie forderten den Rückzug der polnischen Truppen. Vor dem Parlament stellten sie als Symbol einen Sarg ab. Polen beteiligt sich mit 2.000 Soldaten an der NATO-geführten Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF). Bei dem Einsatz starben bisher 15 polnische Soldaten. Laut einer Umfrage vom September sind 81 Prozent der Polen für einen Rückzug ihrer Soldaten aus Afghanistan.
(apa/red)
