Iran soll Atomvorräte deutlich verringern:
Russland stimmt dem Entwurf der IAEO zu
- Auch Frankreich und USA billigen den Vorschlag
- Unklar, ob Teheran Forderungen nachkommen wird

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Die Regierungen in Washington, Paris und Moskau haben dem Vorschlag der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO bzw. IAEA) zur weiteren Anreicherung iranischen Urans in Russland zugestimmt. Die Botschafter der USA und Frankreichs hätten bereits formell ihr Ja zu dem Entwurf erklärt, sagte ein Diplomat aus einem der Länder der Deutschen Presse-Agentur in Wien. Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau bereits erklärt, sein Land sei mit dem Vorschlag einverstanden. Der Iran ließ seine Antwort auf einen internationalen Vorschlag zur Entschärfung des Atomstreits offen.
Das Staatsfernsehen der Islamischen Republik berichtete unter Berufung auf Verhandlungskreise, der Iran warte seinerseits auf eine "positive und konstruktive Antwort" der Gegenpartei auf eigene Vorschläge. Die IAEO hatte dem Iran und den drei anderen Staaten eine Frist für eine Annahme des Plans gegeben. Dabei geht es darum, niedrig (3,5 Prozent) angereichertes Uran aus dem Iran nach Russland zur höheren Anreicherung auf 19,75 Prozent zu bringen. Damit soll verhindert werden, dass der Iran selbst die sogenannte Weiteranreicherung vornimmt. Das Uran soll so als Brennstoff verarbeitet werden, damit es der Iran in seinem Forschungsreaktor für medizinische Zwecke verwenden kann.
Atomstreit entschärfen
Die IAEO und die internationale Staatengemeinschaft will damit dem Atomstreit mit dem Iran entschärfen. Der Westen wirft dem Iran seit Jahren vor, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung an Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran weist das zurück. Er kann Uran selbst anreichern; allerdings besteht der Verdacht, dass er auch hochangereichertes Uran (90 Prozent) für Waffenzwecke erzeugen könnte.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow stimmte dem Vorhaben ausdrücklich zu. "Wir zählen nicht nur auf den Iran, sondern auf alle Teilnehmer der Verhandlungen, ihre Bereitschaft zur Umsetzung des vorgelegten Plans zu bestätigen", sagte er.
Laut Lawrow waren russische Experten an der Ausarbeitung des Entwurfs beteiligt. IAEO-Generaldirektor Mohamed ElBaradei ließ nach Gesprächen zwischen dem Iran, den USA, Frankreichs und Russlands in Wien, wo er diese Woche den Entwurf vorlegte, allen Parteien Zeit, die Vorschläge zu prüfen.
"Ausgewogener Ansatz"
ElBaradei machte selbst machte keine genauen Angaben zum Inhalt des Vertragsentwurfs. Er sagte lediglich, dass das Dokument einen "ausgewogenen Ansatz" verfolge. Darin seien die "Modalitäten und Mittel" geregelt, über die dem Iran das Recht auf die für seinen Forschungsreaktor benötigte Menge an Brennstäben zugestanden werde. Mit dieser Anlage verfolge Teheran rein medizinische Zwecke, da dort Isotope zur Behandlung von Krebszellen hergestellt würden. Nach Angaben des französischen Unterhändlers Jacques Audibert wird Teheran darin aufgefordert, bis zum Jahresende 1200 seiner 1500 Kilogramm leicht angereicherten Urans - also zwei Drittel der Bestände - ins Ausland zu liefern.
An früheren Verhandlungen war neben den fünf Ständigen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrates - den USA, Russland, Großbritannien, China und Frankreich - auch Deutschland beteiligt. Dabei hatte der Iran grundsätzlich seine Zustimmung signalisiert, was später in Teheran jedoch wieder infrage gestellt wurde. Sollten die jetzigen Gespräche scheitern, drohen dem Ölproduzenten neue Sanktionen. Zudem haben die USA und Israel einen Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen nie ausgeschlossen.
Der Iran will erst kommende Woche auf den Vorschlag antworten. "Wir werden Herrn ElBaradei unsere Antwort nächste Woche überreichen", wurde Ali Asghar Soltanieh, der iranische Vertreter bei der IAEO, im staatlichen Fernsehen zitiert.
(apa/red)
