Facebook-Gruppe droht Berlusconi mit Mord: 16.000 Mitgliedern bei "Töten wir Silvio"
- Besorgniserregende Hasskampagnen gegen Premier
- Über 100.000 Unterschriften wegen sexistischer Sager

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Die römische Staatsanwaltschaft ermittelt in Zusammenhang mit einer Gruppe im Social Network Facebook, in der zur Ermordung des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi aufgerufen wird. "Töten wir Silvio!" heißt es auf der Webseite, die rund 16.000 Mitglieder meldet. Justizminister Angiolino Alfano erklärte sich besorgt.
"Die Justiz muss klären, wer hinter diesen Webseiten steht", sagte der Minister nach Medienangaben. "Ich bin zutiefst besorgt, dass es im Internet mehrere Webseiten gibt, die Hasskampagnen gegen den Premierminister führen. Ich erwarte, mir, dass die Justiz ihre Pflicht tut. Die Sicherheit des Premierministers muss garantiert werden. Diese Hetzkampagne kann zu Formen des Terrorismus führen", warnte der Justizminister.
Die Facebook-Gruppe selbst gibt sich allerdings nicht terroristisch, sondern hat sich unter der Kategorie "Just for fun" (Nur zum Spaß) registriert. Auch die meisten Postings lassen kaum auf extremistische Positionen der Gruppenmitglieder schließen. Insgesamt gibt es auf Facebook Hunderte Gruppen, die sich Berlusconi-kritisch geben.
Innenminister verurteilt "Hasskampagne"
Die italienische Regierung hat die Gruppe mittlerweile schließen lassen. Dies teilte Innenminister Roberto Maroni mit, der die "Hasskampagne" gegen den Regierungschef verurteilte. "Schluss mit der Verteufelung des politischen Gegners Berlusconi. Ich bin besorgt, die Situation könnte außer Kontrolle geraten", meinte der Innenminister. Auch mehrere andere Minister verurteilten die "Hetzjagd" auf Berlusconi. Auch der Chef der größten Oppositionspartei, der Demokratischen Partei, Dario Franceschini, forderte die Löschung der Facebook-Gruppe.
Als unmittelbare Reaktion auf die Löschung der Gruppe wurden postwendend andere "Spaß-Gruppen" ins Leben gerufen, etwa "Per favore, non uccidiamo Berlusconi" ("Bitte, töten wir Berlusconi nicht"), das dazugehörige Profilbild zeigt Berlusconis Kopf, der auf ein bekanntes Herz-Jesu-Gemälde kopiert ist.
(apa/red)
