Geredet wird viel, gelöst dafür noch nicht:
Wiener Atomtreffen ohne Einigung beendet
- Vorschlag der IAEO wird aber noch geprüft
- ElBaradei: "Der Geist hier war sehr konstruktiv"
·Atom-Streit: In Wien wird hart verhandelt
ElBaradei spricht von einem "guten Anfang"
·Iran: Hohe Offiziere bei Anschlag getötet
Ahmadinejad beschuldigt Nachbarland Pakistan
·Kuschelatmosphäre beim Gipfeltreffen
USA und Russland sind gegen Iran-Sanktionen
·Ahmadinejad warnt vor einem Scheitern
Verfehlte Atomgespräche
"für Westen schlimmer"

Nach zweieinhalb Tagen sind die Wiener Gespräche bei der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) der USA, Russlands und Frankreichs mit dem Iran über dessen Atomprogramm ohne unmittelbare Einigung zu Ende gegangen. Dabei ging es um die Möglichkeit, dass der Iran nuklearen Brennstoff für seinen Forschungsreaktor nicht selbst herstellt, sondern Uran im Ausland anreichern lässt.
IAEO-Generaldirektor ElBaradei legte dazu einen Vorschlag vor, dem die Beteiligten noch zustimmen sollen. ElBaradei erklärte nach Ende des Treffens: "Der Geist hier war sehr konstruktiv und in die Zukunft gerichtet." Alle, die an den Verhandlungen teilnahmen, "haben versucht, (...) die Wunden zu heilen", sagte der IAEO-Chef. Es sei zwar nur um den Forschungsreaktor zur Diagnose und Behandlung von Krebs gegangen. Aber die Frage betreffe "höchst wichtige Maßnahmen zur Vertrauensbildung und könnte eine Krise beilegen, die seit Jahren andauert, und Raum für Verhandlungen öffnen", sagte ElBaradei zum langjährigen Streit um das iranische Atomprogramm.
Stimmen alle Akteure der Wiener Gespräche den Vorschlägen ElBaradeis für die Urananreicherung im Ausland zu, muss der IAEO-Gouverneursrat die Vereinbarung ratifizieren. "Ich hoffe sehr, die Leute können sehen, dass die Vereinbarung den Weg öffnen könnte, für eine komplette Normalisierung zwischen dem Iran und der internationalen Gemeinschaft", sagte der ägyptische Diplomat. "Alle, einschließlich der Iran, sollten bis Freitag zustimmen." Der iranische IAEO-Botschafter Ali Asghar Soltanieh wollte nicht sagen, ob sich der Iran bereiterklärt hat, bis zum Jahresende 1.200 Kilogramm Uran zur Aufbereitung ins Ausland zu liefern.
Der Iran sowie die fünf ständigen UNO-Sicherheitsratsmitglieder (USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, China) plus Deutschland hatten sich Anfang Oktober bei Verhandlungen in Genf grundsätzlich darauf geeinigt, iranisches Uran zur weiteren Anreicherung nach Russland und dann zur Weiterverarbeitung nach Frankreich zu liefern. Dann soll der Brennstoff, den der Iran für den Forschungsreaktor verwenden will, wieder nach Teheran zurückgebracht werden.
(apa/red)
