Montag, 19. Oktober 2009

Der Iran weiß, wer am Anschlag schuld ist:
Natürlich stecken USA und London dahinter

  • Sunnitische Jundallah-Gruppe vom Westen beschützt
  • Revolutionsgarden-Chef kündigt Vergeltung an

Nach dem Anschlag auf die iranischen Revolutionsgarden hat deren Chef die USA und Großbritannien dafür verantwortlich gemacht und mit Vergeltung gedroht. "Hinter diesem Vorgang stecken die amerikanischen und britischen Geheimdienst-Apparate", sagte Mohammad Ali Jafari. Zuvor hatte Präsident Ahmadinejad auch Pakistan verantwortlich gemacht. Die Regierung in Islamabad wies dies zurück.

Zu dem Anschlag hat sich die radikale Sunniten-Gruppe Jundallah (Brigade Gottes) im Internet bekannt. Der iranische Geheimdienst habe Dokumente vorgelegt, die direkte Verbindungen von Jundallah zu den Geheimdiensten der USA, Großbritanniens und Pakistans bewiesen, erklärte Jafari laut der Nachrichtenagentur Isna. Der Chef der Extremisten, Abdolmalek Rigi, stehe "unzweifelhaft unter dem Schutz dieser Organisationen". Und er drohte mit Vergeltung: "Es wird Vergeltungsmaßnahmen geben müssen, um sie zu bestrafen." Der Abgeordnete Payman Forouzesh sagte, der Gegenschlag könne auch auf pakistanischem Gebiet erfolgen. Washington und London wiesen eine Beteiligung zurück.

Forouzesh vertritt die Provinz Sistan-Belutschistan an der Grenze zu Pakistan, wo der Anschlag stattfand. Dabei waren den amtlichen Medien zufolge 42 Menschen getötet worden, darunter auch Kommandanten der Garden, die bei einem Treffen mit Stammesführern, für Geschlossenheit zwischen Sunniten und Schiiten werben wollten.

Jundallah wird für mehrere Angriffe im mehrheitlich schiitischen Iran verantwortlich gemacht, darunter ein Bombenschlag auf eine Moschee im Mai. Dabei kamen 25 Menschen ums Leben. Jundallah kämpft nach eigenen Angaben für die Rechte der sunnitischen Minderheit. Die Gruppe ist auch in den Drogenschmuggel von Afghanistan und Pakistan nach Europa verwickelt. Der Iran hat Pakistan in der Vergangenheit vorgeworfen, Jundallah-Mitglieder aufzunehmen.

(apa/red)

19.10.2009 16:52