Morddrohung gegen Silvio Berlusconi:
"Sind zu bewaffneter Revolution bereit"
- Kommunistische Gruppe fordert sofortigen Rücktritt
- Innenminister Maroni zeigt sich zutiefst beunruhigt

·Italienerinnen fühlen sich angegriffen
100.000 Unterschriften wegen sexistischer Sager
·'Stelle fest: Sie sind schöner als intelligent'
Silvio Berlusconi kann
es einfach nicht lassen
·Harter Schlag für Premier Berlusconi
Immunitätsgesetz für verfassungswidrig erklärt
Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi spaltet sein Land: Die einen lieben ihn, und wollen ihn sogar selig sprechen, die anderen wiederum hassen ihn so dermaßen, dass sie ihm sogar mit Mord drohen. Wie Italiens Innenminister Roberto Maroni bestätigt, ist in der Redaktion der Tageszeitung "Il Riformista" ein Brief eingetroffen, der Morddrohungen gegen Berlusconi enthält.
Laut Maroni enthält das Schreiben auch Drohungen gegen den Präsidenten der Abgeordnetenkammer Gianfranco Fini und gegen den Chef der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord, Umberto Bossi. Gesendet wurde der Brief angeblich von einer Gruppe, die sich als "Revolutionäre Brigade für den kämpferischen Kommunismus" bezeichnet. Darin wurde der sofortige Rücktritt von Berlusconi, Fini und Bossi gefordert.
In dem Brief bezogen sich die Schreiber auf den Beschluss des italienischen Verfassungsgerichts, das Immunitätsgesetz zu kippen, das Berlusconi bisher Straffreiheit gewährt hatte. "Nach dem Urteil des Verfassungsgerichts will Berlusconi nicht zurücktreten, wir sagen Schluss. Wir sind zu einer bewaffneten Revolution wie in Kuba bereit", hieß es im Schreiben.
"Wir ermitteln, um herauszubekommen, wer diesen Brief geschickt hat. Das Klima ist nicht gut, es gibt besorgniserregende Signale. Wir werden alles unternehmen, um die Sicherheit zu garantieren", sagte Innenminister Maroni in einem TV-Interview.
(apa/red)
