Streit um EU-Kommissar nimmt kein Ende:
War Faymann ursprünglich für Molterer?
- Sprecherin bestätigt, Kanzler selbst dementiert
- Besteht auf "seiner" Kandidatin Ferrero-Waldner

·Harte Bandagen im EU-Kommissar-Streit
Bundeskanzler Faymann greift die ÖVP scharf an
·Kommissar Molterer
geht SPÖ gegen Strich
ÖVP-Wahl für Schieder
'kein geeigneter' Kandidat
·Ferrero wird immer mehr SPÖ-Kandidatin
Erhält mehr Zustimmung als von eigener Partei
·Koalitionsstreit um den EU-Kommissar
Die Zeichen stehen
gut für Ferrero-Waldner
Die amtierende österreichische EU-Kommissarin, Benita Ferrero-Waldner, war angeblich nicht immer Favoritin von Bundeskanzler Werner Faymann für die künftige Besetzung dieses Postens. Auf einer Liste an Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso seien ursprünglich Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer und Wissenschaftsminister Johannes Hahn gestanden, bestätigte Faymanns Sprecherin Angelika Feigl.
Faymann selbst bestritt allerdings Feigls Äußerungen gegenüber dem "Standard". Es sei während der vergangenen Wochen über viele Personen gesprochen worden, eine Liste mit Molterer und Hahn habe es aber nicht gegeben. Und es werde auch keinen 5er, 4er- oder 3er Vorschlag geben, sondern einen gemeinsamen Vorschlag der Bundesregierung. Unterstützt wird von ihm unverändert die bisherige Kommissarin Benita Ferrero-Waldner. Dies gelte umso mehr, als auch Barroso klar gemacht habe, in seiner Kommission Frauen besonders berücksichtigen zu wollen. Daher stünden seiner Einschätzung nach Österreichs Chancen auf ein bedeutendes Ressort auch besonders gut, wenn wieder eine Frau nach Brüssel entsandt werde,
Faymann und Barroso waren am 17. September am Rande des EU-Finanzgipfels in Brüssel zu einem Vier-Augen-Gespräch zusammengekommen. Dabei soll es zum genanntem Vorschlag gekommen sein. Faymann hatte mit seinem Wunsch nach Ferrero-Waldners Verbleib als EU-Kommissarin einen Koalitions-Streit vom Zaun gebrochen. Das Vorschlagsrecht hat die ÖVP, die gerne Molterer als Agrarkommissar sähe.
(apa/red)
