Kindergeld künftig vom Lohn abhängig: Neue Form soll Väter zur Karenz motivieren
- Mindestbetrag von 1.000 Euro im Monat ausbezahlt
- Ab 1. Jänner 2010 gibt es 5 verschiedene Varianten

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In Österreich gibt es künftig ein einkommensabhängiges Kindergeld. Der Nationalrat hat mit den Stimmen von Koalition und Grünen die Einführung beschlossen. Ausschlaggebend für die Höhe des Kindergeldes ist das letzte bezogene Einkommen. Mindestens beträgt es aber 1.000 Euro.
Wenn beide Elternteile in Karenz gehen, erhalten sie künftig insgesamt 14 Monate lang 80 Prozent des Letzteinkommens, mindestens 1.000, maximal 2.000 Euro. Ein Elternteil alleine kann die Leistung maximal ein Jahr lang beziehen. Davon ausgenommen sind Alleinerziehende, die sich in einer sozialen Notlage befinden. Sie können das Kindergeld zwei Monate länger beziehen. Ferner gibt es auch für Nicht-Berufstätige künftig die Option, ein Jahr lang 1.000 Euro Kindergeld zu beziehen.
Soll Väter zur Karenz motivieren
Ab 1. Jänner 2010 können Eltern somit aus fünf Varianten des Kindergeldes wählen: Zur Auswahl stehen dann vier Pauschalvarianten und das einkommensabhängige Kindergeld. Vor allem durch die Einführung der einkommensabhängigen Variante verspricht man sich, den Anteil der Väter in Karenz zu erhöhen. Die neue Form des Kindergeldes kann dann für alle Kinder, die ab dem 1. Oktober 2009 oder später geboren sind, beantragt werden.
Neu gestaltet wird auch der Zuschuss für sozial Schwache, der von einem Darlehen in eine Beihilfe umgewandelt wird. Flexibilisiert wird die Zuverdienstgrenze, die künftig auch über 16.200 Euro pro Jahr liegen kann, wenn der Elternteil vorher über ein hohes Einkommen verfügt hat. Die einmal getroffene Entscheidung für eine Variante ist später nicht mehr rückgängig zu machen. Untereinander können die Eltern zweimal den Bezug wechseln.
Kritik von FPÖ und BZÖ
Die neue Regelung stößt nicht bei jedem auf Gegenliebe: Die beiden Rechtsparteien FPÖ und BZÖ äußerten sich bei der Debatte skeptisch. Angeprangert wurde von FP-Chef Strache und BZÖ-Familiensprecherin Haubner, dass mit der Neuregelung nicht mehr jedes Kind gleich viel Wert sei. SPÖ und ÖVP sowie die Grünen lobten hingegen, dass ein Schritt hin zu mehr Männerkarenz gesetzt werde.
(apa/red)
