Mittwoch, 21. Oktober 2009

Koalitions-Streit um EU-Kommissar spitzt
sich zu: Faymann greift die ÖVP scharf an

  • Vorwurf: Falsche Informationen über Ressortangebot
  • Vizekanzler Josef Pröll dementiert postwendend

Der Regierungsstreit um die Entsendung des österreichischen EU-Kommissionsmitglieds nimmt an Schärfe zu. Bundeskanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann warf der ÖVP vor, "bewusst falsche Informationen" zu verbreiten, um Stimmung für den von der Volkspartei favorisierten Wilhelm Molterer zu machen. ÖVP-Obmann und Vizekanzler Josef Pröll wies dies postwendend zurück.

Im Kielwasser des Besuchs von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso Ende vergangener Woche kursierten Informationen, wonach dieser Faymann das Agrarressort für Österreich angeboten, der Kanzler aber abgelehnt habe. Faymann hatte dies dementiert, beschuldigt nun aber die ÖVP, dieses Gerücht lanciert zu haben. Was deren Parteichef bestreitet: "Wir haben nie gesagt, dass uns das angeboten wurde", hielt Pröll fest. "Dieser Wunsch wurde von anderen Ländern geäußert, ob Österreich sich das vorstellen könnte."

Ihm gehe es darum, "ein starkes Ressort für Österreich auszuverhandeln", so Pröll. Doch darüber, was in der EU-Kommission "stark" ist, könnte sich die Koalition wohl auch bald streiten. Erst am Mittwoch hatte für die SPÖ, die seit Tagen die amtierende EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner pusht, Staatssekretär Andreas Schieder gemeint, dass für Österreich auch die Bereiche Nachbarschaftsbeziehungen oder Regionalpolitik wichtig seien.

(apa/red)

21.10.2009 22:18
Benediktus, 22. 10. '09 12:46
SPÖ und ÖVP schicken die Unfähigkeit nach Brüssel.
Widerlicher Eiertanz um EU-Kommissar.
Den Faymann verstehe ich überhaupt nicht, in dessen politischen Überlegungen die EU bisher nur eine Fußnote war. Daher überließ er das Vorschlagsrecht für den EU-Kommissar großzügig der ÖVP. Jetzt, da ihm die Genossen auf die Zehen treten, bekommt er auf einmal Angst vor der eigenen Courage und nervt die ÖVP mit deren eigenen Parteigängerin.
Viel gescheiter als die SPÖ verhält sich jedoch auch die ÖVP-Spitze nicht in dieser Frage. Sie will ein gewichtiges Ressort in der EU-Kommission und nominiert dafür ein politisches Leichtgewicht. Denn grandioser gescheitert als Wilhelm Molterer als Vizekanzler, ÖVP-Obmann und auch als Finanzminister ist kein anderer lebender Spitzenpolitiker. Für die EU, so kann die ÖVP daher nur meinen, ist bald etwas gut.
HGPeitl, 22. 10. '09 06:55
Ich bin gespannt
Liebe Freunde und Freundinnen,
Kollegen und Kolleginnen,

Es schaut derzeit nicht so aus, als wollte Vazlav Klaus den Reformvertrag wirklich unterschreiben.

Ihr könnt folglich in Ruhe einen EU-Kommissar benennen, weil ihr nämlich ansonsten Österreich international der Lächerlichkeit preisgebt.

Ich verstehe zwar, dass ihr keine Lust habt zu regieren und daher die Aufgabe Soziales (SPÖ) und Klein- und Mittelunternehmen (ÖVP) einfach alles an die FPÖ abgegeben habt, wer allerdings einen Job machen soll, sollte man nach 3 Wochen ewigen hin und hers doch langsam entscheiden können.

Ich verbleibe

Mit freiheitlichem Gruss
Hans-Georg Peitl
Verband der Unabhängigen-
Journalisten
www.freiheitlich-macht.schluss.tv