Mittwoch, 21. Oktober 2009

Voves & Faymann - auf der Bühne ein Paar:
Doch eigentlich wollen beide die Scheidung

  • 2 Männer, die einander schaden & einander brauchen
  • NEWS: Steirischer Brauch der Wien-Kritik wieder "in"

Da hat sich Polit-Raubein Franz Voves doch tatsächlich um subtile Symbolik bemüht: „Trag meine Liebe wie einen Mantel, der dich wärmt“, krächzt Austropop-Urgestein Boris Bukowski vom Band, als sich der Landeshauptmann und sein eigens aus Wien angereister Chef Werner Faymann Seite an Seite zu den Ehrenplätzen vorkämpfen. Vergangener Samstag, Landesparteitag der steirischen SPÖ. Die Grazer Messehalle ist mit 2.500 Delegierten zum Bersten gefüllt. Und so sind 5.000 Augen auf die beiden grinsenden Herren in Grau gerichtet – als Voves sein perplexes Gegenüber plötzlich an sich drückt. Seine mächtigen Hände auf dessen Rücken und rechte Schulter niederfahren lässt. Und Faymann ganz nach alter Genossen-Art herzt. „Lieber Werner, wir Steirer danken dir“, flötet Voves später vom Rednerpult.

Faymann, 49, der zurückhaltende Bundeskanzler, der in der großen Koalition unermüdlich die Kompromisskunst beschwört. Und Voves, 56, der polternde Kernölkanzler, der seinen Chef mit Topics wie Reichensteuer und Arbeitslosengelderhöhung zielgruppenwirksam vor sich her treibt – eine Umarmung wie ein Würgegriff! Der steirische Brauch.

Politikwissenschaftler und NEWS-Kolumnist Wolfgang Bachmayer: „Voves hat sich aus politischem Kalkül die alte steirische VP-Tradition der innerparteilichen Wien-Kritik zu eigen gemacht.“ – Die Krainers und Hirschmanns, ehrfurchtsvoll „Königsmörder“ genannt, gegen die Großkopferten hinterm Semmering, das kam beim weiß-grünen Wahlvolk so gut an, dass der rote Landesvater nun den steirischen Brauch wiederbelebt.

Sie schaden und sie brauchen sich
Faymann und Voves, zwei Männer, die einander schaden, auch wenn sie das so direkt niemals zugeben würden. Weil sie einander zu sehr brauchen. Zumindest bis zum nächsten Herbst, denn da wird nicht nur oben in der Bundeshauptstadt, sondern auch in der Steiermark gewählt. Und da ist der Franz zum Siegen verdammt. Für sich. Und für Genosse Werner. Denn eine Niederlage würde, wie Voves unumwunden zugibt, sein politisches Aus bedeuten. Doch auch Faymann braucht parallel zu den „programmierten Wiener Verlusten“ (Bachmayer) unbedingt ein Erfolgserlebnis, um die lange Dürrestrecke bis zu den nächsten Nationalratswahlen an der Spitze zu überleben.

Allein – die Chancen für einen erneuten Voves-Triumph sind exakt ein Jahr vor dem Urnengang bestenfalls mittelprächtig. Rezenten Umfragen zufolge halten der sozialdemokratische Amtsinhaber und sein bürgerlicher Herausforderer Hermann Schützenhöfer in der Sonntagsfrage ex aequo bei 37 Prozent – was für Voves ein Minus von fast fünf Prozent gegenüber seinem letzten Sieg bedeutet.

(David Pesendorfer)

Franz Voves im Interview lesen Sie im NEWS 43/09

21.10.2009 11:11
HGPeitl, 22. 10. '09 06:50
Eine Krähe ...
Ein altes deutsches Sprichwort: Eine Krähe peckt der anderen kein Auge aus.

Schlimm genug, wenn dies in der Medizin oder dem Bauingeneurswesen pasiert. Noch schlimmer allerdings ist es, wenn diese Taktik von einer Partei angewandt wird, die sich dank einer Serie von Wahlniederlagen auf dem Weg zur 5% Partei befindet.

Liebe Freunde und Freundinnen der SPÖ:
Nur dann, wenn ihr endlich darüber nachdenkt, warum Euch die Leute nicht mehr wählen und Massnahmen ergreift, kann, oder vielleicht wird sich auch der Trend ändern.

Bis dahin wird wohl weiter stimmen:
Die Menschen wählen die FPÖ nicht wegen der Ausländerpolitik, sondern suchen eine soziale Partei.

Es grüsst

Hans-Georg Peitl
Verband der Unabhängigen-
Journalisten
www.unzensuriert.schluss.tv
chris11111_5, 21. 10. '09 14:57
der Gusi hats gutt....
...... mit diesem Faymann - jetzt ist der definitiv mit Abstand nicht mehr der schlechteste Bundeshanzler der 2. Republik.
hary1965, 21. 10. '09 13:57
Zwei Kasperl unter sich
Zu seinen Wort stehen und sich wie Männer die Meinung sagen scheint den beiden Herren fremd, sie schimpfen lieber wenn der andere nicht da ist und schleimen wenn der andere da ist, das ist nicht der Steirische Brauch