"Kampf dem Bildungsraub": Audimax weiter
von hunderten Wiener Studenten besetzt
- Demo am Nachmittag: "Der Hahn gehört gerupft"
Protestmarsch in Richtung Wissenschaftsministerium - Forderungen: "Keine Hürden, keine Studiengebühren"
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BILDER der Proteste in den Universitäts-Städten
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profil: 53 Prozent sind
für erneute Einführung
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Auch Rektoren fordern jetzt Ausgleichszahlungen
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Die Besetzer des Audimax an der Universität Wien wollen weiter durchhalten. Freitag Mittag waren bereits wieder so gut wie alle Plätze von Protestierenden belegt, am Nachmittag ging es für eine Gruppe von laut Polizei rund 350 Personen zum Frischluft-Tanken auf den Ring und zum Minoritenplatz, wo unter "Der Hahn gehört gerupft"-Rufen Wissenschaftsminister Johannes Hahn ein Besuch abgestattet werden sollte. Anschließend zogen die Studenten an die ebenfalls besetzte Akademie der Bildenden Künste und zurück zum Audimax.
Verhandlungen mit dem Rektorat der Uni Wien, das die Protestierenden zur Räumung des größten Hörsaales bewegen will, hat es laut den basisdemokratisch organisierten Besetzern offenbar noch keine gegeben: "Das hören wir immer nur aus den Medien." Zielscheibe des Protests sei nicht Rektor Georg Winckler, "der ist eigentlich ein - unter Anführungszeichen - armes Schwein, weil er selbst finanziell beschnitten wird". Stattdessen solle Hahn endlich anerkennen, dass sich die Proteste gegen ihn richten. "Es geht um bundespolitische Fragen, der einzig legitime Ansprechpartner für uns ist Hahn. Wenn sich jemand bei uns melden muss, dann er". Hahn selbst hatte am Vormittag darauf verwiesen, dass die Uni entscheiden müsse, was sie unternehme.
Die Gründe für die Besetzung sind vielfältig: Protestiert wird generell für "freie Bildung für alle", nicht anfreunden kann man sich natürlich auch mit den derzeit diskutierten Zugangsbeschränkungen. Ausgegangen ist der Protest von der Akademie der Bildenden Künste, wo sich Studenten und Lehrende gegen die Umstellung von Studien auf das Bachelor/Master/PhD-System wehren. Die Struktur dieses Protests sei dann bei einer Demo auf die Uni Wien weitergetragen worden, so Hochschülerschafts-Vorsitzende der Akademie, Rene Stessl.
Happening- und Partycharakter
Wie übliche Studentendemos mit einem gemeinsamen Marsch und einer Abschluss-Kundgebung läuft der Protest diesmal nicht ab. Dieser hat zum Teil eher Happening- und Partycharakter mit Musik und Alkohol. Die HochschülerInnenschaft (ÖH) unterstützt die Studenten zwar, tritt aber nicht selbst als Organisator auf - und zog am Nachmittag zufrieden Bilanz: "Tausende Studierende" hätten gezeigt, "dass sie genug von Hahns Politik haben". Auch für die nächste Woche seien Protestaktionen geplant.
An der Akademie werden unterdessen "verschärfte Maßnahmen" diskutiert, nachdem Rektor Stephan Schmidt-Wulffen am Donnerstag die Leistungsvereinbarungen mit dem Wissenschaftsministerium unterschrieben habe, so Streikorganisatorin Martina Pfingstl. Diese enthielten die Umstellung auf die Bachelor/Master-Stuktur in den künstlerischen Lehramtsstudien. Kritik übte sie auch an der ÖH: Diese beschränke sich auf das Verwalten einer "Scheindemokratie", die aktuellen Proteste seien nur deshalb zustande gekommen, weil sich verschiedene Kleingruppen verschiedener Unis zusammengetan hätten.
Solidaritätsadressen für die Besetzer kamen unter anderem von SP-nahen Jugendorganisationen, der Bundesjugendvertretung und der GPA. Die Grünen Abgeordneten Peter Pilz und Werner Kogler besuchten die Studenten am Vormittag - Pilz will im Fall einer Räumung sogar wiederkommen: "Sollte jemand daran denken, sie mit Gewalt zu vertreiben, bin ich auch gleich da." Sogar FP-Wissenschaftssprecher Martin Graf äußerte Verständnis: Die Streiks und Unsicherheiten an den Unis seien "Auswuchs der gescheiterten Bildungs- und Hochschulpolitik von Minister Hahn". Wenig Freude mit den Protesten hat dagegen VP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl: "Mit dem Besetzen von Hörsälen werden keine Studienbedingungen verbessert".
(apa/red))
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