Haiders Erbe: Ein Rohbau, der zerfällt
- Kurt Kuch über die orange Funktionärsgilde
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Wenn die Wähler außerhalb Kärntens das BZÖ nicht brauchen, wer braucht es dann? Die orangen Partei-Apparatschicks.
Beim BZÖ tobt ein Richtungsstreit: Der (Noch?)- Parteichef Josef Bucher will aus den Orangen eine wirtschaftsliberale Partei machen. In den Augen des stärksten Mannes der Partei, des Kärntners Uwe Scheuch, wäre das jedoch ein Minderheitenprogramm. Scheuch selbst dachte schon mehrfach laut über ein CDU/CSU-Modell nach, also eine Kooperation mit der FPÖ eine Wiedervereinigung mit den Blauen schließt er jedoch kategorisch aus. Einzig: Haben die BZÖler eine andere Chance? Außerhalb Kärntens sind Haiders Erben marginalisiert. Und auch die Perspektiven in Kärnten sind enden wollend. Unter Haider konnte man bundesweit noch die Grünen überflügeln doch nur ein Jahr nach seinem Tod ist das BZÖ bereits zu einer wenig bedeutsamen Regionalpartei verkommen.
Wer braucht das BZÖ?
Die Wähler außerhalb Kärntens sehen keine Notwendigkeit, das BZÖ zu wählen. Doch wenn die Wähler die Partei nicht brauchen, wer braucht sie dann? Die Antwort: die Parteifunktionäre und Amtsträger, die im Sog Haiders auf solid dotierte Spitzenpositionen gehievt wurden. Wer würde heute noch den rechtskräftig vorbestraften Peter Westenthaler aufstellen? Wer einen Stefan Petzner? Oder gar einen Gerhard Huber, der mittlerweile schon vom BZÖ-Klub freigestellt wurde? Welche politischen Perspektiven hat ein Ewald Stadler, der nach der BZÖ-Gründung zuerst bei der FPÖ blieb, das BZÖ Bienenzüchter Österreichs nannte und später selbst BZÖ-Abgeordneter wurde? Übrigens: Stadler erklärte 2006, als er noch FPÖler war, zu einer möglichen Wiedervereinigung mit dem BZÖ: Warum soll ich mich mit einer Leiche wiedervereinigen? Eine Einschätzung, die zumindest aus heutiger FPÖ-Sicht nachvollziehbar scheint.
Da passt es ins Bild, wenn der steirische BZÖ-Chef Gerald Grosz, der strikter Gegner einer Wiedervereinigung mit der FPÖ ist, diese Woche sagt, dass eine Wiedervereinigung für manche zum Erhalt ihrer wohldotierten Funktionen wünschenswert sei, um sich ins durchorganisierte Faulbett der Protestbewegung FPÖ zu legen, um fleißig abzukassieren und die nächsten 20 Jahre bis zur Pension abzucashen. Das ist nicht nur eine zutreffende Analyse. Das ist in Wahrheit der Offenbarungseid von Haiders Erben.
