Freitag, 16. Oktober 2009

Migranten-Kinder haben es bei Jobsuche
viel schwerer: Inländer werden bevorzugt

  • OECD-Studie: Österreich schneidet schlecht ab
  • In der Schweiz funktioniert Integration hingegen gut

Migranten-Kinder haben es am heimischen Arbeitsmarkt trotz gleicher Ausbildung deutlich schwerer als Inländer. In Österreich und Deutschland bekommen das vor allem Höherqualifizierte sehr stark zu spüren. In der Schweiz hingegen gelingt die Arbeitsmarktintegration der "zweiten Generation" vergleichsweise gut. Dies ergab eine international vergleichende OECD-Studie.

Besonders groß ist der Abstand zwischen Migranten-Kindern und Inländern bei Akademikern und Absolventen einer höheren Berufsausbildung. "Dieser Befund überrascht, da beide Gruppen ihre Bildungsabschlüsse in der Regel im Inland erworben haben. Eine Erklärung könnte sein, dass in Deutschland und Österreich auf dem Arbeitsmarkt die Erwartung vorherrscht, dass Migranten und deren Nachkommen eher gering qualifiziert sind", so der OECD-Migrationsexperte und Studienautor Thomas Liebig.

Höherer Anteil an Geringqualifizierten
Der Anteil der Geringqualifizierten unter Einwanderer-Kindern ist deutlich überrepräsentativ. In Österreich ist unter den 20- bis 29-Jährigen mit Migrationshintergrund der Anteil der schlecht Ausgebildeten ohne Matura oder abgeschlossener Berufsausbildung dreimal so hoch wie in der gleichen Altersgruppe ohne Migrationshintergrund.

Auch bei den PISA-Studien zeige sich ein ähnliches Bild: Der hohe Anteil an gering qualifizierten Jugendlichen mit Migrationshintergrund korrespondiere in Österreich und Deutschland mit den schwachen schulischen Leistungen dieser Gruppe. In Österreich führen große schulische Defizite außerdem zu noch größeren Defiziten bei der Berufsausbildung. In der Schweiz ist der Anteil der Geringqualifizierten bei Migranten-Kindern genauso groß wie bei den Inländern.

In den meisten Ländern gibt es für gering qualifizierte Einwanderer-Kinder im Vergleich zu Personen mit ähnlichem Abschluss ohne Migrationshintergrund große Probleme am Arbeitsmarkt. In Österreich und Deutschland hingegen seien diese Niedrigqualifizierten vergleichsweise gut in den Arbeitsmarkt integriert, heißt es in der OECD-Studie. (apa/red)

16.10.2009 09:45
capri71, 18. 10. '09 17:52
Wo ist das Problem?
Österreich braucht die Migranten im allgemeinen für eine gewisse Art von Tätigkeiten.(oder lügen wir uns jetzt selbst an?) Damit sind ganz sicher keine akademischen Berufe gemeint. Zuerst Jobs und höhere Bildung für die einheimische Bevölkerung, dann kommen die Zuwanderer, das ist nur gerecht. Oder sind wir die Zweitbesetzung im eigenen Land?
Vasant, 16. 10. '09 13:26
Bevorzugt?
Also wenn man die derzeitige Arbeitsmarktlage kennt,
dann hat es keiner leicht! Und wie soll jemand einen
Job annehmen, wenn er die deutsche Spache nicht
beherrscht bzw. auch keine beruflichen Qualifikationen
hat? Alles logisch, alles bitte nicht wundern!
maierhofer____, 16. 10. '09 14:32
Re: Bevorzugt?
Also das zeigt,nein beweist sogar das du nicht richtig lesen kannst oder willst. Vl. hast du den Teil mit den Akademikern mit Migrationshintergrund überlesen,aber wenn man in Österreich studieren will, braucht man nicht nur Sprachkenntnisse auf deren Niveau du dich bewegst sondern noch weitaus komplexere in die Materie der Fachrichtung bewegende Sprachkenntnisse...