Rätselhafte 400 Millionen Euro: BayernLB
griff für Hypo Kärnten zu tief ins Tascherl
- Berechnung des Kaufwertes ist allerdings umstritten
- Ermittlungen laufen nach Hausdurchsuchungen weiter

·Krumme Dinger beim
Verkauf der Hypo?
Hausdurchsuchungen in
Kärnten und München
·BayernLB will den Staat rasch loswerden
Verhandlungen über
Sanierungsplan laufen
·Hypo Alpe Adria mit 520 Mio. Euro Verlust
PLUS: Abbau von 2.100 Mitarbeitern in 5 Jahren
Die Bayerische Landesbank (BayernLB) soll für den Kauf der Kärntner Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA) vor zwei Jahren rund 400 Mio. Euro zuviel gezahlt haben. Davon geht die Münchner Staatsanwaltschaft aus. Ein Sprecher der Bank wollte die Zahl auf Anfrage nicht kommentieren. Die Berechnung des damaligen Wertes der HGAA ist allerdings umstritten.
Die Zahl gehe aus dem Durchsuchungsbeschluss für die Razzia am Mittwoch bei der BayernLB hervor, schreibt die Zeitung. Dort werde der Wert der HGAA auf rund 2,5 Mrd. Euro taxiert. Die Hälfte der Anteile entsprächen demnach 1,25 Mrd. Euro. Die BayernLB hatte aber für 50 Prozent und eine Aktie der Bank insgesamt gut 1,6 Mrd. Euro gezahlt.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der damalige Vorstandschef der BayernLB, Werner Schmidt. Sollte unter seiner Führung wissentlich ein überhöhter Preis für die österreichische Finanzgruppe gezahlt worden sein, hätte er die BayernLB schwer geschädigt, argumentieren die Ermittler. Schmidt weist den Vorwurf zurück.
Ungewisser Schätzwert
Über den Schätzwert der HGAA zum damaligen Zeitpunkt kursierten am Donnerstag und Freitag indes unterschiedliche Zahlen in München. So soll der Verwaltungsrat, besetzt mit Sparkassenfunktionären und CSU-Politikern, Schmidt ermächtigt haben, in einer Wertbandbreite von 3,4 Mrd. Euro für die gesamte HGAA zu verhandeln, berichtet der "Münchner Merkur".
Dies entspräche dann einem maximalen Preis von etwa 1,7 Mrd. Euro für die Anteile, schreibt das Blatt. Schmidt wäre damit also noch unter den Vorgaben des Verwaltungsrates geblieben. Der Kaufpreis sei zwar über den Berechnungen externer Wertgutachten gelegen, sei wegen der strategischen Bedeutung des Kaufs aber akzeptiert worden.
(apa/red)
