Datenskandal bei AWD in Deutschland enthüllt: 27.000 Kundendaten entwendet
- Vertrauliche Informationen landeten bei Rundfunk
- Unternehmen erstattete Anzeige gegen Unbekannt

Der deutsche Finanzdienstleister AWD hat nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks mit einem Datenskandal zu kämpfen. Dem Hörfunksender NDR Info wurden nach eigenen Angaben insgesamt 27.000 Datensätze zugespielt, die Kundennummer, Adresse, Telefonnummer, Berufsbezeichnung, Geburtstag und die Vertragsabschlüsse der einzelnen Kunden enthalten. Die angeschlagene Österreich-Tochter sei nicht betroffen.
Die "uns vom NDR zugeleiteten Daten" stammten ausschließlich von Kunden der AWD Deutschland GmbH, sagte ein Unternehmenssprecher in Deutschland. Weder die Österreich-Tochter noch AWD-Ableger in anderen Ländern seien betroffen.
Anzeige gegen Unbekannt erstattet
AWD erklärte, es seien keine sensiblen Angaben "im Sinne des Datenschutzes in den vorgelegten Daten, insbesondere keine Konto- oder Bankverbindungen der Kunden". Dies habe das Landesamt für Datenschutz bestätigt. Außerdem habe das Unternehmen bereits Anzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Hannover erstattet, nachdem man durch den NDR von der Sache erfahren habe. Gleichzeitig sei der niedersächsische Datenschutzbeauftragte informiert und eine interne "Task-Force" eingesetzt worden. Man habe außerdem Zweifel "in Hinblick auf Authentizität von Stammdaten und Kundennummern".
Aus den Daten sei unter anderem ersichtlich, welche Kunden eine Lebensversicherung abgeschlossen und wie viel Geld sie angelegt hätten, berichtete der NDR. Zusätzlich gibt der Datensatz Auskunft über die Laufzeit der Verträge. Ein großer Teil der Verträge sei nach wie vor gültig. Wie die Informationen in Umlauf geraten konnten, ist unklar.
Ein AWD-Sprecher bestätigte dem NDR, dass es sich um Daten seines Unternehmens handelt. Aus dem Umfeld des Hannoveraner Finanzdienstleisters habe es geheißen, dass nur hochrangige Mitarbeiter Zugriff auf eine derart große Menge an Datensätzen hätten. (apa/red)
