Fehlinvestments an der Wiener Börse: KHGs
Tipps kamen Meischberger teuer zu stehen
- FORMAT: Grasser gab MEL- & MIP-Aktientipps
- Immofinanz hat Provisionen nicht allein finanziert
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kassierte Provisionen
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Grasser-Freunde machten bei Verkauf viel Geld

Walter Meischberger dürfte von der Freundschaft mit Karl-Heinz Grasser nicht nur profitiert haben. Es sind die Aktientipps von KHG, die Meischi viel Geld gekostet haben sollen. Denn für den österreichischen Kapitalmarkt rührte Grasser nicht nur in der Öffentlichkeit die Werbetrommel, sondern auch im engen Freundeskreis. So investierte Ex-FPÖ-Generalsekretär Meischberger einen nicht unwesentlichen Teil seines Buwog-Lobbyinghonorars von rund 7,7 Millionen Euro an der Wiener Börse und die sackte bekanntlich ordentlich ab.
Mein Mandant hat durch Wertpapiergeschäfte einige Hunderttausend Euro verloren, sagt Meischberger-Anwalt Gerald Toifl gegenüber FORMAT. Er hat vor allem in Blue Chips investiert. Aber nicht nur: In Meischis Portfolio finden sich größere Aktienpakete von Meinl European Land (MEL; heute: Atrium) und Meinl International Power (MIP). Beide Gesellschaften haben nach Auffliegen der Meinl-Affäre massiv an Wert verloren. Die Details über Meischbergers Millionenverluste sind Finanz und Staatsanwaltschaft seit der Vorwoche bekannt. Die Behörden prüfen derzeit die verschlungenen Wege der Buwog-Provisionen: Das Geld floss steuerschonend über eine Briefkastenfirma in Zypern auf Meischbergers Liechtensteiner Bankkonto.
Anonyme Insider packen aus
Bei der Staatsanwaltschaft melden sich indes immer mehr Personen, die zum Thema Buwog auspacken. Unter Zusicherung der Anonymität lieferten Insider bereits wichtige Hinweise. So hat die Immofinanz die Provisionen nicht allein finanziert. Die Ausgaben sollen den Buwog-Konsortialmitgliedern (Raiffeisen Oberösterreich, Wiener Städtische) weiterverrechnet worden sein. Nämlich über einen Preisnachlass beim Weiterverkauf des Hälfteanteils an der ESG Villach an die Immofinanz. Raiffeisen und Städtische haben bisher dementiert, von den Buwog-Provisionen gewusst zu haben. Die Staatsanwaltschaft kennt die damit befassten Personen und wird die neuen Hinweise prüfen.
Von Ashwien Sankholkar
