Mittwoch, 14. Oktober 2009

Krumme Dinger beim Verkauf der Hypo?
Hausdurchsuchungen in Kärnten & München

  • Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue-Verdacht
  • Preis für Hypo Alpe Adria soll zu hoch gewesen sein

Die Übernahme der Hypo Group Alpe Adria gerät ins Visier der Staatsanwaltschaft: Bei der Tochter der bayrischen Landesbank hat in Klagenfurt eine Hausdurchsuchung stattgefunden. Es besteht der Verdacht, dass die jüngst durch staatliche Kredite aufgefangene BayernLB für die Mehrheit an der Hypo einen zu hohen Preis bezahlt hat. Das würde den Verdacht der Untreue rechtfertigen.

1,625 Mrd. Euro hat die Bayerische Landesbank vor zwei Jahren für die Mehrheitsanteile an der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) bezahlt. Die Staatsanwaltschaft in München ist nach dem Erhalt "vertraulicher Informationen" nun offenbar zu der Ansicht gekommen, dass das zu viel war. Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger erklärte, dass sich der Verdacht der Untreue vorerst nur gegen den damaligen Vorstandsvorsitzenden Werner Schmidt richte.

Die Münchner baten Kollegen der Staatsanwaltschaft in Österreich und Luxemburg um Rechtshilfe, sodass an mehreren Orten zeitgleich mit den Durchsuchungen begonnen werden konnte. Aktionen gab es laut Stockinger in München, "im Großraum München, in einigen österreichischen Bundesländern sowie in Luxemburg".

Sechs Standorte in Kärnten unter der Lupe
Allein in Kärnten wurden sechs Standorte der Hypo durchsucht, wie Staatsanwalt Helmut Jamnig erklärte. Wo in Österreich sich die anderen betroffenen Standorte befinden, wollten weder Jamnig noch Stockinger bekanntgeben.

Die BayernLB erklärte in einer ersten Stellungnahme, sowohl BayernLB als auch HGAA würden mit der Staatsanwaltschaft kooperieren und benötigte Dokumente zugänglich machen. BayernLB und HGAA haben die Durchsuchungen inzwischen bestätigt.
(apa/red)

14.10.2009 12:55