Dank Schweinegrippe kräftig abgesahnt:
Die Milliarden-Erreger der Pharmaindustrie
- FORMAT: Mediziner bezweifeln Sinn von Impfungen
- Hersteller machen 7 bis 14 Milliarden Dollar Umsatz

·Eine bittere Pille für die Pharma-Industrie
Starke Bedenken gegen Kassensanierungspaket
·Keine Macht dem Schweinegrippe-Virus
Von Österreich bestellter Impfstoff wird genehmigt
Auf der ganzen Welt laufen dieser Tage die Massenimpfungen gegen die Schweinegrippe an. Was Experten zufolge wenig nutzt, beschert den Herstellern Milliardeneinnahmen. Die Schweinegrippe ist von der Pharmaindustrie erfunden, sagt August Zoebl, impfen werde ich sicher nicht! Zoebl ist allerdings nicht nur ausgewiesener Impfgegner, sondern in erster Linie praktischer Arzt aus der Steiermark.
Das herrschende Medizinverständnis, wonach Krankheitserregern durch Impfen der Garaus zu machen sei, hält der Rebell für gänzlich überholt. Und ist damit, auch in seiner Zunft, nicht alleine. In manchen Teilen Deutschlands soll in zwei Wochen bei medizinischem Personal mit dem massenhaften Stich gegen den Schweinegrippe-Erreger H1N1 gestartet werden. Schon jetzt allerdings regt sich unter den dortigen Ärzten erbitterter Widerstand.
In Österreich gibt es bisher wenig Gegenwehr. Inzwischen wurde der für die Alpenrepublik bestimmte Impfstoff des Pharmaunternehmens Baxter zugelassen, ab 27. Oktober sollen zunächst medizinisches Personal, dann chronisch Kranke und Schwangere gespritzt werden. 500.000 Dosen sind fix bestellt, danach hat Österreich Anrecht auf rund 200.000 Dosen pro Woche. Der Hersteller verdient daran pro Dosis 6,5 Euro (von denen jeder Versicherte mittels Rezeptgebühr den Hauptteil zahlt), allein für die erste Lieferung fallen so 3,3 Millionen Euro an.
Auch wenn Österreich bereits für die Reservierung des Serums 33 Millionen Euro gezahlt hat richtig lohnend wird das Spritzen-Business erst im weltweiten Maßstab.
Lukrativer Stich
Schon jetzt, so die Weltgesundheitsorganisation WHO, sind bei den Impfstoff-Produzenten über eine Milliarde Bestellungen eingegangen. Branchenanalysten des Genfer Finanzhauses Helvea schätzen, dass die Hersteller im Schnitt 10 Dollar pro Dosis verlangen. Auf sieben bis 14 Milliarden Dollar veranschlagt die WHO selbst den möglichen Umsatz mit den Schweinegrippe-Impfstoffen.
Das ist zwar, gemessen an den 700 Milliarden Dollar, die im gesamten Pharmamarkt eingenommen werden, vergleichsweise wenig. Aber: Ein großer Teil des Umsatzes fließt 1:1 in den Gewinn, da die Margen im Unterschied zum übrigen Medikamentengeschäft kaum durch Marketingausgaben geschmälert werden.
Auch verglichen mit der saisonalen Grippe ist die Pandemie-Panik für die Hersteller ein echter Segen. Zwar wächst auch der Markt für saisonale Influenzaimpfstoffe, ist aber in Summe kleiner als die prognostizierten Umsätze beim H1N1-Gegenmittel.
Lesen Sie im aktuellen FORMAT 41/09, warum Staaten sich bei Bestellungen überbieten!
